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Wilde Rock-Nächte

LESBAR POPKULTUR
Melissa Müller Hansruedi Kugler
All About a Girl von Caitlin Moran (Bild: Melissa Müller Hansruedi Kugler)

All About a Girl von Caitlin Moran (Bild: Melissa Müller Hansruedi Kugler)

LESBAR POPKULTUR

Johanna Morrigan ist 14 Jahre alt, pummelig und hat eine grosse Klappe. Das Buch beginnt mit der Beschreibung, wie sie masturbiert. Und genauso unverblümt geht es weiter in diesem grandiosen Debutroman der britischen Starkolumnistin und Feministin Caitlin Moran. Wie ihre Heldin ist sie in einer Sozialwohnung aufgewachsen. Der arbeitslose Vater der Ich-Erzählerin träumt von einer Karriere als Rockstar, die Mutter ist überfordert mit den vier Kindern. Johanna will raus aus dem Mief und ihre Familie aus der Misere retten. Also wird sie Rockkritikerin für ein angesagtes Musikmagazin und macht die Nächte mit verschiedenen Bands durch. Sie legt sich eine neue Identität zu und wird zu Dolly Wilde: Ein stark geschminktes, kettenrauchendes und sexlüsternes Partygirl. Ein etwas anderer Roman über das Erwachsenwerden, provokant und rotzfrech geschrieben. Ein Lesevergnügen.

Caitlin Moran: All about a Girl. Roman. carl's books 2015. Deutsche Erstausgabe. 384 S., Fr. 20.90.

Als Pop zur Kunst wird

Das Jahr 1966 sprengt Kunstgrenzen: Die britische Band The Who schreibt die erste Rockoper, die jugendliche Gegenkultur erklärt Rock zu ihrem Leitmedium, Pop wird nicht zuletzt dank der Beatles Kunst. Der deutsche Musikjournalist Frank Schäfer, selbst Jahrgang 1966, sieht in alledem die Vorbereitung für das Epochenjahr 1968 und dessen Aufruhr. Grund genug, das Jahr Monat für Monat zu rekonstruieren. Seine 12 Kapitel beginnt er mit den Nr.-1-Hits des Monats in Deutschland, England und den USA. Von den Rolling Stones und ihrem wütenden «Get off of my cloud» und Drafi Deutschers «Marmor, Stein und Eisen bricht» bis zum optimistischen «I'm a believer» von The Monkees. In vielen Episoden erzählt Schäfer von ersten Drogenshops und LSD-Parties, von Bob Dylans Elektrogitarre und den Hells Angels, aber auch von Vietnam-Demos und Kaltem Krieg und würzt es mit der Auflistung von Zeitungsschlagzeilen. Sein Buch ist ein salopp geschriebenes, akribisch recherchiertes Stück Pop-Kulturgeschichte.

Frank Schäfer: 1966. Das Jahr, in dem die Welt ihr Bewusstsein erweiterte. Residenz Verlag 2016. 200 S., Fr. 27.90.

Bild: Melissa Müller Hansruedi Kugler

Bild: Melissa Müller Hansruedi Kugler

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