Wie sich Musik mit dem Leben verbindet

Vielleicht ist die Sendung noch ein Geheimtip, weil der Sender – das Bayerische Fernsehen – wohl nicht auf den vorderen Plätzen Schweizerischer Sehgewohnheiten rangiert. Doch es lohnt sich, ihn zu suchen. Eben wegen KlickKlack, dem alle zwei Wochen ausgestrahlten Musikmagazin.

Rolf App
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Bild: Rolf App

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Vielleicht ist die Sendung noch ein Geheimtip, weil der Sender – das Bayerische Fernsehen – wohl nicht auf den vorderen Plätzen Schweizerischer Sehgewohnheiten rangiert. Doch es lohnt sich, ihn zu suchen. Eben wegen KlickKlack, dem alle zwei Wochen ausgestrahlten Musikmagazin.

Martin Grubinger, Sol Gabetta

KlickKlack lebt zuallererst von seinen zwei Moderatoren, dem österreichischen Percussionisten Martin Grubinger und der in Argentinien geborenen, aber in der Schweiz lebenden Cellistin Sol Gabetta. Voller Neugier erkunden sie die Welt der Klassik, des Jazz und der modernen Musik. Und immer wieder erleben wir sie selber.

Die Abenteuer der Moderatoren

Grubinger zum Beispiel probt gerade fürs Rahmenprogramm des Eurovision Song Contest ein kurzes Musikstück, in dem Hip-Hop neben Mahler, Big-Band-Sound neben Bruckner zu hören sein werden. Und Sol Gabetta ist vor einigen Wochen zum ersten Mal im neuen, von Jean Nouvel entworfenen Pariser Konzertsaal aufgetreten. Bei dieser Gelegenheit hat man viel über die kniffligen Geheimnisse der Akustik erfahren können. So funktioniert diese Sendung: Immer bekommt man über die Menschen Zugang zur Musik, und zwar gern auch zu ungewöhnlicher Musik, die mit ungewöhnlichen Geschichten verknüpft ist.

Daniel Hopes Geschichten

Zufällig hat der Geiger Daniel Hope auf einer Autofahrt Musik aus dem Ghetto Theresienstadt gehört, dessen Bewohner später in anderen Konzentrationslagern ermordet worden sind. Er hat begonnen, diese Musik zu sammeln, und in der Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter eine Partnerin gefunden. Warum, das erzählt sie selbst: Ihr Vater, ein schwedischer Diplomat, habe vom SS-Mann Kurt Gerstein von der Vernichtung der Juden erfahren, aber nur wenig tun können, um die Welt auf diese Greuel aufmerksam zu machen.

So verbindet sich die Freude an der Musik mit dem Leben. Oder mit originellen Inszenierungen wie jener, die eine britische Performancegruppe für die «Zauberflöte» entwickelt hat. Ihr Werk ist ein grosser Spass – der wie alle andern Beiträge unter www.br.de/klickklack ein Jahr lang im Internet greifbar ist.

Bayerisches Fernsehen KlickKlack Heute Donnerstag 23.25 Uhr

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