Wie klingt ­Migration?

Drucken
Teilen

Bregenz Zuwanderer verbinden mit der Musik ihrer Heimat starke Emotionen. Lieder und Melodien erinnern an Rituale und Fes­te in der Familie, an schmerzliche wie schöne Erlebnisse. In der Ferne hilft die Musik, den Alltag zu bewältigen, und eröffnet Kontakte zur Mehrheitsgesellschaft.

In der neuen Veranstaltungsreihe «MigraTon» spielen Zuwanderer oder ihre Nachfahren ihre Musik und erzählen über die Bedeutung von Musik für sich und ihre Familien. Südtiroler wurden zwischen 1939 und 1943 gezwungen, ins Deutsche Reich zu übersiedeln oder sich zu italianisieren. Vera Reheis’ Eltern zogen nach Vorarlberg. Der Vater pflegte den Südtiroler Dialekt und gab ihn seinen Kindern weiter. Südtirols Sprache und Liedkultur haben bis heute für Vera Reheis (Gesang, Gitarre, Raffele) eine besondere Bedeutung – auch die italienische.

Moaz Alshamma (Oud, Gesang), 1991 in Damaskus geboren, ist über die Türkei und Griechenland geflohen und lebt seit eineinhalb Jahren in Vorarlberg. Über die Musik drückt er Gefühle aus, über die er nicht sprechen kann. Seinen Musikpartner, den in Kobanê geborenen Saz-Spieler Kameran, lernte er hier kennen. Sie spielen traditionelle Lieder aus ihrer Kultur und aus der Sufi-Tradition. (red)

Do, 9.2., 19 Uhr, Vorarlberg-Museum Mit einem Vortrag von Ana Sobral (Universität Zürich) über Musik als Erinnerungsmedium