Wie einer versucht, ein Mauersegler zu werden

Rolf App
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Selbstversuch Ferien – das bedeutet: hinaus in die Natur. In den Garten, ans Wasser, in den Wald. Weg aus der Stadt, weg vom Büro. Auf seine Weise ist auch Charles Foster diesen Weg gegangen, nur mit anderem Ziel. Er wollte erfahren, wie es ist, ein Tier zu sein. Zum Beispiel ein Dachs. Oder ein Mauersegler. Oder ein Hirsch. Und weil es ihm nicht genügte, Bücher zu lesen (was er freilich auch getan hat, sein eigenes steckt voller aufregender Lesefrüchte), ist er zur Tat geschritten. Hat einen Dachsbau ausgehoben und sich darin verkrochen – und sich von Würmern ernährt. Oder sich von einem Gleitschirm in die Höhe tragen lassen, und die Erfahrung gemacht: «Ich bin ein schrecklich langsames Tier. Mauersegler zu sein fällt mir am leichtesten, wenn ich auf der Erde bin.»

So ist dieses Buch: voller philosophischem Staunen über die Natur und voller skurriler Erfahrungen. Man übertreibt nicht, wenn man sagt: Solch wahnwitzige Versuche konnte sich nur ein Engländer antun. Der die Erfahrung macht: Man kann nicht einfach die Seiten wechseln.

Denn etwas vom Menschen, diesem aufrecht gehenden Augentier, bleibt in jeder Versuchsanordnung an ihm hängen. Aber lehrreich, ja fesselnd bleibt sein Reisebericht gleichwohl. Und unterhaltsam. Wenn Sie das nächste Mal einem Käfer zuschauen, werden Sie sich bei Foster’schen Gedanken ertappen.

Rolf App