Wie das Bild einer Idylle entsteht

Nach Ausstellungen mit Werken verstorbener Künstler wie Roesch oder Dietrich präsentiert das Museum Rosenegg in Kreuzlingen einen jungen Thurgauer Künstler. Valentin Magaro zeigt, wie ein zentrales Werk entstanden ist, das sich auf seine Heimat bezieht.

Dieter Langhart
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Das Hauptbild für die Ausstellung: Valentin Magaro, Acryl auf Holz, 140 × 200 cm, 2014. (Bild: pd/Michael Lio)

Das Hauptbild für die Ausstellung: Valentin Magaro, Acryl auf Holz, 140 × 200 cm, 2014. (Bild: pd/Michael Lio)

KREUZLINGEN. «Sturmwarnung». Ein einziges Werk nur trägt einen Titel, alle andern sind namenlos, selbst das wuchtige, zwei Meter breite Hauptwerk. Es ist in stumpfen Abendfarben gehalten und zeigt eine sommerliche Szene am See so, als stehe die Zeit still, als schrumpfe der Raum, so dicht liegen die drei Figuren, Boote, Enten und Teile des Ufers beieinander und übereinander.

Valentin Magaro, der 1972 in Münsterlingen geboren ist, verlebt seit Jahren mit seiner Familie eine Sommerferienwoche in einem kleinen Badehaus beim Kreuzlinger Bootshafen.

Entstehung sichtbar gemacht

Der Künstler hat vergangenen Sommer, die Ausstellung im Museum Rosenegg im Hinterkopf, intensiv skizziert, mit Acryl und Farb- oder Filzstift, Bleistift und Tusche; hat dann aus den Skizzen, zurück im Winterthurer Atelier, Kompositionsstudien angefertigt, die er schliesslich in das grosse Tableau umsetzte: «Acryl auf Holz, 140×200 cm, 2014».

«Ich stelle sonst nie thematische Ausstellungen zusammen», sagt Valentin Magaro – diese hier ist eine Ausnahme. Und Magaro geht einen Schritt weiter, zeigt, wie das Werk entstanden ist, von den ersten Skizzen bis zum fertigen Bild, will sichtbar machen, wie er als Maler die unmittelbare Umgebung in sein künstlerisches Werk aufnimmt und verarbeitet.

Gespiegelte Idylle

«Ich zeichne und male Fragmente, die ich immer wieder neu kombiniere», sagt Valentin Magaro. «Was daraus entsteht, hat nichts mehr mit der Realität zu tun.» Magaro geht es auch darum, die «Idylle der Sommerferien am See» zu spiegeln und Assoziationen beim Betrachter zu wecken.

Mit dem Badebild und den Vorstudien bespielt Magaro einen der drei Räume im Museum Rosenegg. Ergänzend dazu zeigt der Künstler Bilder und Zeichnungen, die in den letzten drei Jahren entstanden sind und von denen er die meisten noch nie ausgestellt hat.

Vernissage: Fr, 9.1., 18 Uhr, Museum Rosenegg, Kreuzlingen; Ansprache Lucia Angela Cavegn, Kunsthistorikerin, Winterthur Mi 17–19, Fr/So 14–17 Uhr; bis 1.3.