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Wie Agassiz die Gemüter bewegt

Nach den Gemeinden rund um das Agassizhorn ist Ihre Ausstellung über den Naturforscher und Rassisten Louis Agassiz im Zeughaus Teufen zu sehen.
Rolf App
Hans Fässler Historiker, Politaktivist und Englischlehrer an der Kanti Trogen (Bild: Hanspeter Schiess)

Hans Fässler Historiker, Politaktivist und Englischlehrer an der Kanti Trogen (Bild: Hanspeter Schiess)

Nach den Gemeinden rund um das Agassizhorn ist Ihre Ausstellung über den Naturforscher und Rassisten Louis Agassiz im Zeughaus Teufen zu sehen. Welche Reaktionen hat sie denn bisher ausgelöst, Herr Fässler?

Die meisten Reaktionen hatten wir in Grindelwald, wo die Ausstellung 2012 gestartet ist. Das Presseecho reichte bis über die Landesgrenzen hinaus. Danach war sie noch auf dem Eggishorn und auf dem Grimsel Hospiz zu sehen. Im Eggishorn wurde die Reproduktion eines menschlichen Schädels gestohlen und ein Bild des deutschen Rassenhygienikers Eugen Fischer herausgetrennt, der gerade den Hitlergruss macht: Eine Reaktion von unbekannter Seite.

Und die Veranstalter? Welche Erfahrungen haben Sie da gemacht?

Das war spannend. Für viele war ich zuerst der Städter und der Intellektuelle, der mit Zurückhaltung, manchmal auch Misstrauen beäugt wurde. Doch wandelte sich das oft in Neugier.

Ursprünglich wollten Sie ja das Agassizhorn umbenennen in Rentyhorn – nach einem Sklaven, der von Agassiz zum Beweis der «Minderwertigkeit» der Schwarzen fotografiert wurde. Wie steht es denn um dieses Anliegen?

Mit der Umbenennung des Agassizhorns sind wir auf allen Ebenen gescheitert. Auf dem Grimsel hat Michael Zurwerra die Vernissagerede gehalten, früher Rektor in Brig und heute Rektor der Kanti Trogen. In ihr hat er hat die Idee wieder aufgegriffen, den heute namenlosen Punkt 3745 west-nordwestlich des Agassizhorns in Rentyhorn zu benennen. Dazu läuft jetzt eine Petition an die Gemeindebehörden von Fieschertal und Grindelwald.

Ihre Ausstellung macht in Teufen Station, nicht aber in St. Gallen. Warum denn nicht?

Ich kann da nur Vermutungen anstellen. Probiert habe ich es bei allen Institutionen, die in Frage kommen – und lauter Absagen kassiert. Nachdem der St. Galler Stadtrat gegen die Empfehlung der Kulturkommission entschieden hat, das Vorhaben nicht zu unterstützen, haben dies andere Veranstalter wohl als zu heikel angesehen. Eine Anfrage greift dies im Stadtparlament nochmals auf.

Zur Ausstellung in Teufen gehört ein Streitgespräch mit dem ehemaligen Chefredaktor Gottlieb F. Höpli. Worüber werden Sie streiten?

Es wird wohl unter anderem um die Frage gehen, ob man aus der Distanz von zwei Jahrhunderten über einen Mann wie Agassiz urteilen darf.

Die Ausstellung dauert bis Sonntag, 9. November. An diesem Tag findet um 14 Uhr ein Streitgespräch mit Gottlieb F. Höpli statt.

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