Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

Noch bis zum 24. Februar kann man in der Kunsthalle, im Kunstmuseum und im Projektraum Nextex die Beiträge des diesjährigen Heimspiels sehen. Man kann aber auch einfach nur Lutz & Guggisberg einen Besuch abstatten.

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Lutz & Guggisberg beim Einrichten ihrer Installation am Tag der Vernissage des «Heimspiels». (Bild: pd)

Lutz & Guggisberg beim Einrichten ihrer Installation am Tag der Vernissage des «Heimspiels». (Bild: pd)

«Andres Lutz und Anders Guggisberg arbeiten sehr gewissenhaft an vergeistigten, nutzlosen, aber lebenswichtigen Produkten mit einer Ernsthaftigkeit von Kindern, die ein Bächlein umleiten», sagte Pipilotti Rist einmal über ihre Künstlerkollegen. Aus ihren Arbeiten, die oft ironische Anspielungen auf Kunstbetrieb und -geschichte sind, tröpfelt oder summt oder brummt tatsächlich immer eine spielerische Neugier gemischt mit einem unverwechselbaren Bei-der-Sache-Sein. Das gilt auch für ihre aktuelle Arbeit in St. Gallen im Rahmen des Heimspiels.

Interdisziplinär abgemischt

Auch wenn sie nicht mehr persönlich am Werkeln und Ordnen und Abmischen von Tönen und Geräuschen und Schnalzen und Schrammen, Gurgeln und Nuscheln sind wie an der Eröffnung der Rundschau des Ostschweizer Kunstschaffens: Die Installation macht auch so Freude. Vorbei am über die Stufen fliessenden, immer noch nicht nicht ganz glatt gebügelten Banner des Vorarlberger Künstlers Roland Adlassnigg kommt man zur grossen Stellwand. Sie ist inzwischen gut bestückt und sieht aus wie die Auslegeordnung eines grossen Kartenspiels ohne Regeln. Das Einordnen der auf Langspielplattenhüllen-Format zugeschnittenen und bemalten Wellkartons mit allerlei assoziativen Motiven – von Duchamp und Dieter Roth bis zum aufgenommenen Muster des Fussbodens – war Teil der Vernissage.

Beats und Spots

Abwechslungsweise – man kann ihr flammendes Live-Kunst-Plädoyer von damals auch am Bildschirm verfolgen – stehen Lutz & Guggisberg mit oder ohne Musikinstrumente am Mikrophon, hantieren an ihren elektronischen Gerätschaften, sinnieren über die eigenartigsten Gleichzeitigkeiten auf dieser Erde und steigern ihre kleine Zweimann-Show zum Einmaleins eines veritablen Kunst-Happenings.

Brigitte Schmid-Gugler

Kunstmuseum; das Heimspiel dauert noch bis zum 24. Februar