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Konzert von MusikWerk: Wenn sogar Dissonanzen schön klingen

MusikWerk Luzern überraschte mit unbekannten Werken von Schweizer Komponisten im Maihof. Und bot dabei eine reiche Palette an Klangfarben in Streichquartetten und an zwei Klavieren.
Gerda Neunhoeffer
Lisa Schatzman, Geigerin und Mit-Initiantin des Musikwerks. (Bild: PD)

Lisa Schatzman, Geigerin und Mit-Initiantin des Musikwerks. (Bild: PD)

Wie mag wohl vor vielen Jahrzehnten eine Sendung mit zeitgenössischer Musik in «Radio Basel» geklungen haben? Wie könnte eine solche Programmauswahl gewesen sein? Dieser Frage gingen die Musiker des Ensembles Metropolis am Samstagabend im Maihof nach und überraschten die vielen Zuhörer unter anderem mit Musik von Conrad Beck.

Der Schweizer Komponist war von 1936-66 Leiter der Musikabteilung von Radio Basel und machte die Musik junger Komponisten durch Radiosendungen bekannt. Dass man Becks eigene Musik wenig kennt, ist nach dem Konzert von MusikWerk unverständlich. Auch Lisa Schatzman, Konzertmeisterin des Luzerner Sinfonieorchesters, sagte über sein Streichquartett Nr. 3, es sei «eine kleine Offenbarung».

Und wenn diese Musik dann so gespielt wird wie von Lisa Schatzman und David Guerchovitch (Violinen), Alexander Besa (Viola) und Heiner Reich (Cello), ist es eine Sternstunde. Die Vier liessen sich voll und ganz auf die Tonsprache der «neuen Sachlichkeit» ein, die als karg, nüchtern und schmucklos bezeichnet wird.

Klänge bauen sich wie eine Kuppel auf

Es entspann sich eine Melodik, die sich immer wieder neu aufspaltete, löste, verdichtete. Und dennoch konnte man den kurzen Melodien bestens folgen. Übergangslos verzweigten sich die kunstvoll verwobenen Fugenthemen in den zweiten Satz, virtuos vorwärtsdrängend war es und blieb doch durchsichtig. Im Largo bauten sich die Klänge wie eine Kuppel über dem 5-Ton-Motiv auf, das von der Viola, dann vom Cello ständig wiederholt wurde. Mit spannenden harmonischen Wendungen, rhythmisch durchpulst, schwungvoll und alles andere als nüchtern oder karg endete das «Allegro con fuoco».

In der Sonatine für 2 Klaviere von Conrad Beck liessen Alexander Maria Wagner und Leonhard Dering in feinem Zusammenspiel Triller und Klänge wie helles Gezwitscher um ein kurzes Thema perlen. Die intensiven Verzahnungen im Larghetto lösten sich in unterschiedliche Rhythmen, die perfekt von einem zum anderen Klavier wechselten, und das Vivace assai überraschte mit kurzen, virtuosen Motiven, die sich stets neu verbanden und lösten.

«Lustlos geschriebene Komposition»

Jazzig, übermütig spielten die beiden Pianisten Ouvertüre und Foxtrott von Frank Martin. Und «Scaramouche» von Darius Milhaud, das der Komponist eigenen Worten nach «lustlos zusammengeschrieben» hatte, sprühte nur so vor Temperament und Lust unter den virtuos aufspielenden Händen der jungen Musiker. Und der bekannte letzte Satz, die «Braziliere», wurde als Zugabe sogar noch schneller und quirliger.

Arthur Honeggers Streichquartett Nr. 3 bestach in der Interpretation des Metropolis Quartetts durch klangschöne Dissonanzen und eindringlich variable Klangfarben. Im Adagio breiteten sich dunkle Töne wie ein Nebelmeer aus, wie zaghafte Sonnenstrahlen hoben sich Melodien daraus hervor. Düster blieb dieser Satz, Unbestimmtheit, gar Sprachlosigkeit breitete sich aus. Nach markantem Pizzicato des Cellos verbanden sich Klangmuster in konstantem Tempo zu immer dichter werdendem orchestralem Klang im Allegro. Ob man es im Radio damals genau so differenziert gehört hat?

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