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Lesetipps Literatur: Sommerliebe in Südfrankreich

Eine bildhaft erzählte Liebesgeschichte nach Zufallsbegegnung und die Band 1 der Neuausgabe der Werke von Marina Zwetajewa.
Erika Achermann/Hansruedi Kugler

Wenn Mitdreissiger sich selbst zum Rätsel werden

Eine Sommerliebe in Südfrankreich: Zart ist sie, aber nicht ­unbeschwert, denn der Zürcher Journalist Alan Schweingruber stellt uns in seinem bemerkenswert dichten Débutroman eine Generation von Mitdreissigern vor, die sich selbst ein Rätsel sind. Das tut der Autor mit einem erfrischend leichten Ton, der zum melancholischen Aussteiger-Lebensgefühl passt. Hauptfiguren sind Simona, eine junge Mutter, die aus ihrer Schweizer Ehe flieht, aber nicht so recht weiss, warum sie immer wieder fremdgeht, und Antoine, ein französischer Barmann, der zurückgezogen vor sich hinlebt, seit seine grosse Liebe bei einer gemeinsamen Bergwanderung gestorben ist.

Die Zufallsbegegnung und folgende Liebesgeschichte der beiden seelisch Beschädigten ist filmisch erzählt: Bildhaft und szenisch, mit schnellen Schnitten, die Zeit und Ort, Realität und Traum collageartig verweben. Es wird viel Alkohol getrunken und vagabundiert. Man fühlt sich immer wieder angenehm an Romane von Philippe Dijan erinnert. Hansruedi Kugler

Alan Schweingruber: Simona. Roman. Weissbooks, 218 S., Fr. 34.-

Kühne russische Dichterin

Marina Zwetajewa ist neben Anna Achmatova die grösste ­russische Dichterin des 20. Jahrhunderts. Ihr Leben war widersprüchlich, ihr Umgang mit Sprache innovativ. Ihr Prosawerk ist teils wirr wie ihr Leben, das sich während der Revolutions- und Bürgerkriegsjahre abspielte, teils in Moskau, teils in der Emigration in Berlin, Prag und Paris und 1939 zurück in der Sowjetunion. Das spiegelt sich in ihrem Werk mit poetischer Kraft. Bei den Zeit­genossen stiess sie auf Unwillen, und auch heute noch liest sie sich nicht reibungslos. Sie war kühn im Umgang mit der Sprache, nicht aber mit der Politik: Die Russische Revolution hat sie als barbarisch abgelehnt, die deutschen Dichter Hölderlin und Goethe verehrt, mit Rilke Briefe gewechselt. In ihrer Erzählung «Mein Puschkin» schreibt sie «Puschkin ist – ein Neger». Doch sie schwärmt für den Dichter, den Aussenseiter. Als die deutsche Armee in Russland einmarschiert, nimmt sie sich am 31. August 1941 das Leben. Ilma Rakusa hat nun Band 1 der Neuausgabe ihrer Werke herausgegeben. Erika Achermann

Marina Zwetajewa: Ich schicke meinen Schatten voraus. Prosa. Suhrkamp, 728 S., Fr. 55.-

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