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Weltreisen

LESBAR REISEN
Erika Achermann
Bild: Erika Achermann

Bild: Erika Achermann

LESBAR REISEN

Als die Welt noch unerforscht war und der 17jährige Georg Forster am 13. Juli 1772 für eine mehr als dreijährige Entdeckungsreise an Bord der «Resolution» ging – die Segelfregatte von James Cook –, war alles «Neue von Bedeutung, vom kleinsten Insekt im tropischen Regenwald» bis zu «ganzen Kontinenten mit fremden Pflanzen, Tieren, Menschen». So beginnt Jürgen Goldstein seine Biographie über Georg Forster. Eigene Anschauungen, Offenheit gegenüber allem Fremden, das war für Forster ein Leben lang das «Mass aller Dinge». Und heute? Lesen wir diese Biographie über den Entdecker, Literaten, Naturforscher und Revolutionär Forster, dann kommen wir ins Nachdenken über unsere heutige Zeit. Die Kenntnis der Natur sei erforderlich für die «Bildung des Geistes und des Herzens» meinte Forster, als er sich mit Rousseau und Kant auseinandersetzte und die Pariser Revolution von 1789 als eine Art Naturereignis begrüsste. Forster war ein Zeitgenosse von Goethe, er beschäftigte sich mit Rassismus und verteidigte das Vielfältige. Die Biographie, die der Philosoph Jürgen Goldstein geschrieben hat, nimmt nicht nur mit auf die Weltreise eines jungen Mannes, der mit unverstelltem Blick die unbekannte Welt von Neuseeland, Tahiti, die Antarktis betrachtet, sondern setzt sich auch mit deren Folgen auf das Denken Forsters auseinander, der zum politischen Revolutionär wurde.

Jürgen Goldstein: Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt. Matthes & Seitz Berlin 2015. 301 S., Fr. 31.60

Gehen

Heute, wo wir kaum noch Reisen ins Ungewisse machen können, konzentriert sich der kroatische Schriftsteller und Journalist Edo Popovic aufs Entdecken beim Gehen. Er schlägt eine langsame Gangart an und erkundet in seinem poetisch-philosophischen Essay «Anleitung zum Gehen» die «kleine Welt» des kroatischen Gebirges (es könnten auch Schweizer Berge sein!). Ohne den Drang zur Höchstleistung entdeckt er die Grösse der Natur. Man sollte sich in Gedanken frei machen von all den Dingen, die sich in unserem Alltag anhäufen, meint er; zum Leben brauche man wenig! Natürlich ist Edo Popovic, der im Jugoslawienkrieg Kriegsreporter war, nicht naiv. Aber er denkt darüber nach, wie wir der Beschleunigung und Oberflächlichkeit des heutigen Alltags entkommen können. Zum Beispiel, indem wir «nicht andere für uns die Welt entdecken lassen», meint er. «Wir müssen sie selbst entdecken.» Im Gehen.

Edo Popovic: Anleitung zum Gehen. Mit Fotos des Autors. Luchterhand 2015. 175 S., Fr. 22.90

Bild: Erika Achermann

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