Wehmut über der Zürcher Tonhalle

Der ebenfalls abtretende Intendant Elmar Weingarten sprach von einem «Hauch von Wehmut», der ihn ankomme, Orchestervorstand Simon Styles erklärte, dies sei die «möglicherweise erfolgreichste Zeit» des Tonhalle-Orchesters gewesen: «Wir sagen nicht gerne goodbye.»

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Der ebenfalls abtretende Intendant Elmar Weingarten sprach von einem «Hauch von Wehmut», der ihn ankomme, Orchestervorstand Simon Styles erklärte, dies sei die «möglicherweise erfolgreichste Zeit» des Tonhalle-Orchesters gewesen: «Wir sagen nicht gerne goodbye.»

Der ganze Beethoven

Doch es muss sein: Im Juli wird David Zinman 77 Jahre alt, seit 18 Jahren leitet der Amerikaner als Chefdirigent das Tonhalle-Orchester und hat es in dieser Zeit auch mit CD-Projekten und Tournées zu einem herausragenden Klangkörper geformt. Doch mit dem Ende der Saison 2012/14 ist Schluss. Dann kommt mit dem fünfzig Jahre jüngeren Lionel Bringuier – der Ende September mit dem Pianisten Martin Helmchen zu hören ist – ein radikaler Generationenwechsel.

Seine letzte Saison mit dem Tonhalle-Orchester will Zinman vor allem Beethoven widmen – und sie mit Gustav Mahler abschliessen. Beethovens sämtliche Sinfonien und Klavierkonzerte werden mit den Solisten Radu Lupu, András Schiff, Mitsuko Uchida, Christian Zacharias und Maria João Pires in sechs Konzerten interpretiert, das Abschiedskonzert vom 11. Juli 2014 bringt Mahlers monumentale Zweite, die «Auferstehungs-Sinfonie».

Frank Peter Zimmermann

Als Gastdirigent wird Zinman dem Orchester erhalten bleiben. Kennenlernen kann man in der kommenden, Ende August startenden Saison auch den deutschen Geiger Frank Peter Zimmermann als Artist in Residence. Er tritt mit dem eigenen Trio auf, präsentiert zusammen mit Enrico Pace Bachs Sonaten für Violine und Klavier und spielt das Violinkonzert von Johannes Brahms.

Das ist freilich nur ein kleiner Ausschnitt aus einer Vielzahl von Konzerten. Mit dem Tonhalle-Orchester auftreten werden sowohl grosse Alte wie hoffnungsvolle Junge. Zu den ersteren zählen Kurt Masur, Bernhard Haitink, Charles Dutoit, Herbert Blomstedt und Neeme Järvi, zu den letzteren sein Sohn Kristjan Järvi, Philippe Jordan, Robin Ticciati und unter den Solisten Sophie Pacini und Denis Kozhukin (Klavier), Julia Fischer und Janine Jansen (Violine).

Rolf App

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