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Was wären die Gemälde von Simone Bonzon ohne Kätzchen?

Die Badener Künstlerin Simone Bonzon starb am 28. August, einen Tag nach ihrem 97. Geburtstag.
Sabine Altorfer
Simone Bonzon an einer Vernissage im August 2008 in Zurzach. (Bild: Claudia Meier)

Simone Bonzon an einer Vernissage im August 2008 in Zurzach. (Bild: Claudia Meier)

Jahrzehntelang gehört sie als feste Grösse zum Badener Kulturbetrieb: Simone Bonzon. Die Malerin mit dem auffälligen roten Béret, dem französischen Accent, dem freundlichen Lächeln und dem Interesse am Schaffen der anderen Künstlerinnen und Künstler. Zuvorkommend, aber durchaus kritisch schaute sie, was andere produzierten – und blieb in ihrem Schaffen trotzdem unbeirrbar auf ihrem Weg.

Malerin durch und durch

Der Weg von Simone Bonzon hiess primär Malerei, war lang und betont selbstbestimmt. Er machte keine grossen Kurven, aber führte kontinuierlich von einer schweren pastosen, französischen Peinture zu lichten, grafisch wirkenden Gemälden. Stillleben, Tiere (was wäre Simone Bonzons Werk ohne ihre märchenhaften Katzenbilder?), surreal verfremdete Personen und Landschaften: Sie bediente in ihren sorgfältig komponierten Ölbildern das ganze Feld der malerischen Tätigkeit.

Dominierte am Anfang die Formensprache einer gemässigten Moderne, bis hin zu abstrakten Kompositionen, so entwickelte Bonzon je länger je mehr ihren persönlichen Stil – stets geleitet vom Gleichgewicht von Form und Farbe. Schnelle Reize, «modes à sensation», wie sie sagte, waren aber nicht ihr Ding.

In ihren frühen Schaffensjahren entstanden auch Wandteppiche, Mosaike, Bühnenbilder (für das Cabaret Rüeblisaft etwa) und Glasfenster (Kirche Turgi). Zweimal erhielt sie in den 1950er-Jahren ein eidgenössisches Kunststipendium, der Rayon ihrer Ausstellungen und öffentlichen Auftragswerke blieb aber die Region Baden.

Geboren wurde Simone 1922 in Genf, ihre Ausbildung führte sie von Genf nach Basel, Zürich, Luzern, Nyon – der Lebensweg nach der Heirat 1948 nach Baden. Zusammen mit ihrem Mann, dem Designer und Künstler Paul Hänni (1921-1993) lebte sie an der Dynamostrasse. Ihre Wohnung erschien der Besucherin stets wie ein Gesamtkunstwerk, voll Kunst, Fundstücken von Reisen, farbig und sorgfältig arrangiert. Bonzon suchte nicht die grosse Geste, aber einen Hauch Bohème, verkörperte sie sehr wohl.

Die letzten Jahre lebte sie in Fislisbach. Wie erst am Donnerstag mit einer Todesanzeige bestätigt wurde, starb Simone Bonzon am 28. August, einen Tag nach ihrem 97. Geburtstag.

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