Was ist Kopie, was Original?

Das Fasson-Theater feiert am Donnerstag Uraufführung der Performance «Fading out» im Sitterwerk. Nelly Büttikofer beschäftigt sich dabei mit Fernando Pessoa.

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Bewegung nachzeichnen: Probeszene aus «Fading out». (Bild: pd)

Bewegung nachzeichnen: Probeszene aus «Fading out». (Bild: pd)

Der berühmte portugiesische Autor Fernando Pessoa starb am 30. November 1935 in Lissabon. Sein 75. Todestag wird und ist selbstverständlich ein Anlass für zahlreiche Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Noch bevor im November die Kellerbühne St. Gallen eine Eigenproduktion, «Die drei letzten Tage des Fernando Pessoa» von Antonio Tabucci, auf die Bühne bringt, gastiert diese Woche das Fasson-Theater im Sitterwerk.

Hier feiert das neue Stück «Fading out» der Ostschweizer Choreographin, Tänzerin und Regisseurin Nelly Bütikofer seine Uraufführung, bevor «Fading out» dann auf eine kleine Tournée geht.

Das Buch der Unruhe

In «Fading out» spielt Büttikofer mit Formen des Vervielfältigens, Multiplizierens und Kopierens und beschäftigt sich mit der Frage nach dem Unterschied von Original und Abbild. Bildende Kunst, Sprache und Bewegung sind ihre künstlerischen Mittel dieser Umsetzung.

Die Performerin Julia Bodamer und der Schauspieler Peter Grünenfelder stehen auf der Bühne.

Hinter der Performance, die Texte aus dem wohl berühmtesten Buch von Pessoa, «Das Buch der Unruhe», integriert, steht die Frage, was am Ende eines Lebens bleibt. «Letzten Endes bleibt von diesem Tage das, was vom gestrigen blieb und vom morgigen bleiben wird: die unersättliche und nicht zähmbare Begierde, immer derselbe und ein anderer zu sein», schrieb Pessoa.

Performance als Installation

In einem Nebenraum gestaltet die Bündner Künstlerin Laura Bott entlang der Frage «Was bleibt?» eine Installation. Hier werden die Spuren der Performance zu sehen sein, in Zeichnung, Fotografien und Texten. Vom lebendigen Menschen zum bildnerischen oder fotografischen Abbild. (pd)

Premiere Do, 30.9., Sitterwerk St. Gallen, 20 Uhr; weitere Vorstellungen Fr, 1., und Sa, 2.10., je 20 Uhr; Ticketreservation: Telefon 071 227 14 54 oder servicebuero@foerderraum.ch