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Warum ist Paris eine der beliebtesten Filmkulissen? Eine Filmreihe im St.Galler Kinok zeigt den Charme der Stadt

Paris ist eine der beliebtesten Filmkulissen. Das Kinok St. Gallen beschwört in seinem Sommerprogramm den zeitlosen Charme der Seine-Metropole. Zwischen Eiffelturm, Montmartre und Savoir vivre lässt es sich herrlich in den Alltag der einfachen Leute eintauchen.
Walter Gasperi
Agnés Varda drehte «Cléo de 5 à 7» im Pariser Viertel Montmartre. (Bild: Alamy)

Agnés Varda drehte «Cléo de 5 à 7» im Pariser Viertel Montmartre. (Bild: Alamy)

Welche Attraktivität die französische Hauptstadt zu allen Zeiten auf Filmemacher ausübte, macht schon Rüdiger Dirks und Claudius Sowas 2002 erschienenes Buch «Paris im Film» deutlich: 600 Spielfilme werden hier ­vorgestellt, die in Paris spielen, zahlreiche sind inzwischen noch dazugekommen.

Dass Paris mit den Filmvorführungen der Brüder Lumière und Georges Méliès als Geburtsstadt des Kinos gelten kann, dürfte kaum ein Grund für diese Beliebtheit sein. Eher schon, dass Frankreich über 120 Jahre nahezu durchgängig eine starke Filmproduktion hatte.

Hauptdrehort war für die Franzosen verständlicherweise Paris, während Hollywood in der Stadt mit Eiffelturm, Montmartre, Seine und zahlreichen Cafés einen Sehnsuchtsort der Liebe und des genussvollen Lebens entdeckte oder erfand.

Hier war auch in der Zwischenkriegszeit ein freies Leben möglich und die Künste blühten, während in Berlin, Rom und Moskau Diktatoren die Macht ergriffen. Schriftsteller wie Hemingway und Gertrude Stein lebten in ­dieser Zeit in Paris, Lindberghs Atlantikflug von New York nach Paris dürfte die Paris-Begeisterung in den USA ebenso vergrössert haben wie die Befreiung der Stadt von den Nazis 1944 durch amerikanische Truppen.

Mal realistisch, mal märchenhaft

Dem Postkarten-Paris in Hollywood-Produktionen steht Anfang der 1960er-Jahre der frische und unverfälschte Blick auf die Stadt durch die Regisseure der Nouvelle Vague gegenüber. Mit der Handkamera hielt Jean-Luc Godard in seinem Debüt «À bout de souffle» fest, wie sich Jean-Paul Belmondo als Gangster und eine von Jean Seberg gespielte amerikanische Studentin auf den Champs Élysées kennen lernen.

Agnés Varda folgte dagegen in «Cléo de 5 à 7» quasidokumentarisch und fast in Echtzeit einer jungen Frau während der Wartezeit auf eine medizinische Diagnose durch Montmartre.

Eine Stadt, 18 Geschichten

Mit ebenso verspielten und wie fantastischen Einfällen verzauberte wiederum Jean-Pierre Jeunet in seinem Welterfolg «Le fabuleux destain d’Amélie Poulain» das gleiche Viertel, während Cédric Klapisch in «Chacun cherche son chat» sich dem Leben der einfachen Leute näherte und auch die Veränderungen in ihrem Viertel nachzeichnete.

Romantischer geht es Richard Linklater an, der in «Before Sunset» Ethan Hawke und Julie Delpy einen Nachmittag lang durch kleine Gassen und Parks spazieren, ein Café aufsuchen und ständig über das Leben und die Liebe reden lässt.

Wie unterschiedlich der Blick auf diese Stadt sein kann, zeigt der Episodenfilm «Paris, je t’aime», in dem 18 Regisseure nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch ganz unterschiedliche Geschichten erzählen, die jeweils in einem anderen Arrondissement spielen: Immer noch gibt es in dieser Stadt abseits der berühmten Sehenswürdigkeiten eben viel zu entdecken, und noch lange wird sie folglich auch als attraktive Filmkulisse genutzt werden.

Filmreihe «Bonjour Paris», Infos unter kinok.ch

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