Fernsehshow
Warum Ausländer Energiefresser sind

Sonntagabend bei «Giacobbo/Müller»: Die SVP-Jungpolitikerin Natalie Rickli ist zu Gast. Leider ist sie nicht so witzig wie Susanne Hochuli.

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Natalie Rickli bei Viktor Giacobbo

Natalie Rickli bei Viktor Giacobbo

AZ

Es soll ja Prominente geben, die sich vor dem heissen Stuhl von Giacobbo und Mike Müller so fürchten, dass sie den Auftritt in der SF Late Night-Show lieber ablehnen, aus Angst, eine schlechte Gattung zu machen. Nicht so die Zürcher Jungpolitikerin Natalie Rickli. Die 34-jährige stramme SVP-Nationalrätin (ihre Motion für ein spezielles Register für vorbestrafte Pädophile, Sexual- und schwere Gewalttäter scheiterte im Ständerat) war bereits zum zweiten Mal Gast der Satiresendung. Und auch in ihrem zweiten Auftritt wird sie vom Satire-Duo mehrheitlich geschont - vielleicht, weil ihre Aussagen peinlich genug sind?

Zur Sprache kam das Thema Japan und Fukushima. So soll der Gretzenbacher SVP-Nationalrat Walter Wobmann in der Sendung «Arena» gesagt haben, dass wir in der Schweiz so viel Energie bracuhen, weil wir so viele Ausländer hätten. Rickli verneinte, von Giacobbo darauf angesprochen, dies nicht. Die bekennende Anhängerin des FC Milan sagte: «Ganz so unrecht hat er nicht, Wir haben einen hohen Ausländeranteil von 22 Porzent und letztes Jahr eine Zuwanderung von 100'000 Personen - das entspricht der Einwohnerzahl der Stadt Winterthur. Und alle die brauchen Strom, brauchen Wohnungen, benutzen ÖV.»

Als Mike Müller dann einwarf, ob die Schweizer, die ins Ausland reisten, keinen Strom brauchen würden, sagte Rickli allen Ernstes: «Die Schweizer brauchen nicht so viel, sie reisen in Länder, wo es warm ist» - und verlieh damit dem Wort Realsatire eine zweite Bedeutung. Man wünschte sich die souveräne und humorvolle Susanne Hochuli als Sparringpartner zurück. (cls)

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