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Wagner trifft Debussy

Konzert Besondere Klangerlebnisse verspricht das kommende Tonhallekonzert in St. Gallen.
Rolf App
Mann von Einfluss: Richard Wagner in einer zeitgenössischen Karikatur.

Mann von Einfluss: Richard Wagner in einer zeitgenössischen Karikatur.

Das St. Galler Sinfonieorchester eröffnet das Wagner-Jahr am Donnerstag und Freitag mit Werken von Richard Wagner, Claude Debussy und Alphons Diepenbrock. Als Solist zu hören sein wird der Bassbariton Hans Christoph Begemann.

Ein unbekannter Name

Diepenbrock? «Das ist einer der bekanntesten Komponisten der Niederlande», sagt Chefdirigent Otto Tausk, der selber von dort kommt. Alphons Diepenbrock wird 1862 in Amsterdam geboren. Er studiert klassische Philologie, unterrichtet alte Sprachen und ist als Komponist ein Autodidakt. 1903 macht Gustav Mahler seine Bekanntschaft und schreibt an seine Frau Alma: «Einen sehr interessanten holländischen Musiker, namens Diepenbrock, der sehr eigenartige Kirchenmusik schreibt, habe ich hier kennengelernt.»

«Das Bindeglied»

«Diepenbrock bildet das Bindeglied zwischen Wagner und Debussy», sagt Otto Tausk, «das Romantische ist bei ihm sehr stark.» In seinen Anfängen sei noch der Einfluss Wagners zu spüren, dann überwiegt die Nähe zum Impressionismus. Deshalb steht sein Orchesterlied «Im grossen Schweigen» auch zwischen drei Wagner-Stücken – dem Vorspiel zu «Parsifal», «Waldweben» aus «Siegfried» und dem Karfreitagszauber aus «Parsifal» – und «La Mer» von Claude Debussy. Der wiederum vom «Parsifal» sagte: «Man hört da Orchesterklänge, die einmalig sind und ungeahnt, edel und voller Kraft. Das ist eines der schönsten Klangdenkmäler, die zum unvergänglichen Ruhm der Musik errichtet worden sind.»

Unvergänglich ist freilich auch «La Mer». Das zwischen 1903 und 1905 entstandene Werk besteht aus drei sinfonischen Skizzen – «Von der Morgendämmerung bis zum Mittag auf dem Meer», «Spiel der Wogen», «Zwiesprache von Wind und Meer» – und entwickelt sich im Wechsel von Stille und Wildheit. Das erfordert nicht nur ein grosses, sondern auch ein präzises Orchester. «Manchmal klingt <La Mer> wie Kammermusik, dann wieder wie grosse sinfonische Dichtung», sagt Tausk. Er korrigiert auch die verbreitete Auffassung über den Impressionismus als einer auf äussere Eindrücke gerichteten Art von Musik. «Was Debussy komponiert, ist auch sehr persönlich und nach innen gewendet.» Sehr wichtig seien die rhythmischen Elemente, «das muss sehr genau gespielt werden. Jede Note hat eine Funktion.»

Grosse Linie, feine Strukturen

Wagner ist anders – und doch nicht zu weit entfernt von Debussy. Vor allem der späte Wagner nicht. «Er spielt oft mit freien Harmonien und hat gerade im <Parsifal> rhythmisch enorm komplexe Passagen komponiert», erklärt Otto Tausk. «Man hört eine lange Linie, doch darunter entfaltet sich eine sehr fein strukturierte Musik – wie bei Debussy.» Wagner erschaffe einen unglaublich schönen Klang, besonders im «Parsifal». «Diese Musik ist zugleich meditativ und expressiv, sie hat eine ganz besondere Aura.»

Tonhalle St. Gallen, Donnerstag und Freitag 19.30 Uhr

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