Wagner total – und ein Preis für Pipilotti Rist

Die – für Ostschweizer – wichtigste Nachricht hat nichts mit Richard Wagner zu tun: Die Künstlerin Pipilotti Rist bekommt dieses Jahr den mit 50 000 Franken dotierten Zürcher Festspielpreis. Die Laudatio wird Konrad Bitterli vom Kunstmuseum St.

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Die – für Ostschweizer – wichtigste Nachricht hat nichts mit Richard Wagner zu tun: Die Künstlerin Pipilotti Rist bekommt dieses Jahr den mit 50 000 Franken dotierten Zürcher Festspielpreis. Die Laudatio wird Konrad Bitterli vom Kunstmuseum St. Gallen halten, über die Bühne gehen wird das Ganze am 26. Juni in einem Zelt. Es steht unweit des heutigen Rietbergmuseums, das heisst dort, wo in den 1850er-Jahren Richard Wagner bei Otto und Mathilde Wesendonck zu Gast war – und sich in Mathilde verliebte.

Wie kann man das schaffen?

Neun Jahre hat Richard Wagner an der Limmat verbracht. Zur Feier seines 200. Geburtstags richtet man deshalb mit der grossen Kelle an. «In einem Punkt können wir Ihnen nicht helfen», sagte deshalb gestern Elmar Weingarten, der Vorsitzende der künstlerischen Kommission, zu den Journalisten: «Bei der Beantwortung der Frage: Wie kann man das alles schaffen?»

Opernhaus, Tonhalle, Schauspielhaus, Kunsthaus: Sie alle beteiligen sich rege an diesen Festspielen, die vom 14. Juni bis zum 14. Juli dauern. Dazu kleinere Theater und die Hochschule der Künste. Mit welchem Ziel? «Uns geht es darum, das Nachdenken über Wagner zu befördern», sagt Weingarten. Und auch Brücken zu schlagen in die Gegenwart.

Der Regisseur Hans Neuenfels zum Beispiel lässt Wagner im Musik-Theater-Stück «Richard Wagner – Wie ich Welt wurde» am Ende seines Lebens noch einmal in Zürich Station machen, wo ihn ein Erinnerungsfieber erfasst.

Tristan oder Isolde

Ein anderes Fieber sucht Anne-Sophie Mahler heim, die als Regieassistentin von Christoph Marthaler sieben Jahre lang dessen Inszenierung von «Tristan und Isolde» in Bayreuth betreut hat. Als das Abenteuer zu Ende ist und das tonnenschwere Bühnenbild verschrottet werden soll, lässt sie es nicht zu. Es bildet jetzt die Kulisse für «Tristan oder Isolde» der Theatergruppe CapriConnection an der Gessnerallee: «Wir werfen einen nüchternen Blick auf die Paarbeziehung», sagt Anne-Sophie Mahler zu diesem Projekt.

Rolf App

www.festspiele-zuerich.ch

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