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Uraufführung: Neue Töne im vorösterlichen Totentanz

Im Luzerner Kulturraum Sousol wurde ein «Totentanz unserer Zeit» uraufgeführt. Die Tondichtung führte in unbekannte Tonwelten.
Gerda Neunhoeffer

Der Komponist Valentin Vecellio verkauft die Eintrittskarten, das ist ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist auch seine Musik in der Uraufführung «EndWend WendEnd» am Sonntag im Kulturraum Sousol in Luzern. Da erklingt eine Tondichtung, die nahe am Text entstanden ist (Vorbericht: Ausgabe vom 27. März). Dennoch hat sie ihre Eigenständigkeit, die weit über die Worte hinausgeht, sie verdeutlicht, verschleiert, verfremdet. Die Texte von Manfred Züfle sind so poetisch wie heftig, und Vecellios Musik führt in unbekannte Tonwelten, die sich aus der Besetzung ergeben: das Kontra-Trio spürt den tiefsten Klängen nach, das «trioZ» mit verschiedenen Blockflöten setzt hellste Töne dagegen, und mit diesen Gegensätzen öffnet der Komponist surreale, unerhörte Klangräume.

«Zappenduster, aber erleuchtet»

Dieser «Totentanz unserer Zeit» spannt die Gegensätze zwischen saftig grünen Bäumen in friedlicher Umgebung und den schrecklichen Bluttaten überall auf der Welt. Dazwischen zieht einer mit seinem Tod umher, mit einem «lächerlichen Engel»; Irina Schönen webt die Texte ausdrucksvoll zwischen die Töne. Passion und Ostern scheint in den Kontrasten auf, und Margrit Schenker verbindet mit dem Akkordeon die Töne der Blasinstrumente. Sie singt auch mal in raschen Silben dazu und verdeutlicht damit das unverständliche Reden der Propheten «zappenduster, aber erleuchtet» lautmalerisch.

Vecellio reizt die Möglichkeiten der Instrumente voll aus, die Töne sind den Musikern quasi auf den Leib geschrieben. Das geht von archaisch mittelalterlicher Spielmusik bis in spezielle Techniken, in denen man nur noch Atemgeräusche rhythmisch hört. Eine von allen unisono gespielte Melodie über weite Tonräume wirkt versöhnlich, zuversichtlich nach all den Dissonanzen und den extremen Tonlagen.

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