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Kolumne

Von weltbekannten Künstlern zu naiver Kunst

Auf einen Kaffee mit ... Anna-Maria Pfab
Nina Rudnicki
Anna-Maria Pfab im Museum Lagerhaus St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Anna-Maria Pfab im Museum Lagerhaus St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

«Ich muss weg.» Diesen Gedanken hatte die heute 33-jährige Anna-Maria Pfab, als sie ihre Matura in der Tasche hatte. Weggehen, das hiess für die Kom­munikationsverantwortliche des Museums im Lagerhaus St. Gallen nicht bloss, von Altstätten im Rheintal nach Zürich zu ziehen. Weggehen, das hiess, in London die Welt zu entdecken. Dort bot ihr ein Fotograf ein Praktikum in seinem Studio an. Es folgten ein Studium der Kunstfotografie und Jobs in renommierten Kunstagenturen und Galerien, wie etwa in der White Cube Gallery.

«In London arbeitest du 150 Prozent»,

sagt Anna-Maria Pfab bei einer Tasse Kaffee im Museum im Lagerhaus. Nebst gutem Kaffee schätzt sie seit ihrer Zeit in London auch Earl Grey Tea. Rund 50 Künstlerinnen und Künstler stehen bei der White Cube Gallery unter Vertrag. «Für mich war diese Arbeit extrem spannend. Weltbekannte Künstler wie Damien Hirst, Tracey Emin oder den Schweizer Christian Marclay habe ich hautnah miterlebt.» Zu ihren Aufgaben als Kommunikationsmitarbeiterin gehörte nicht nur der Austausch mit den Künstlern, sondern auch mit Medienschaffenden. «Wichtiger als perfekt Englisch zu sprechen waren dabei die Kontakte und das Netzwerk. Mit der Zeit wusste ich genau, welche Redaktion sich für welche Geschichte interessieren könnte.» Diese Erfahrungen kommen ihr nun bei der neuen Stelle zugute. Es ist das erste Mal, dass Pfab im Bereich Art Brut arbeitet. «Das war für mich eine Herausforderung, als ich meine Stelle im September 2018 antrat. An Art brut gefällt mir, dass diese Kunstform viel näher an den Menschen dran ist.» Auf Ausstellungen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler höre man hingegen oft Bemerkungen wie: «Das hätte ich ja selber machen können.»

Grund, in die Schweiz zurückzukehren, war Anna-Maria Pfabs St. Galler Freund. «Nach 14 Jahren in London war das kein einfacher Entscheid. Aber es war der richtige.» Sie erwartet in wenigen Wochen Zwillinge. Nach dem Mutterschaftsurlaub wird sie ihre Arbeit im Museum im Lagerhaus wieder aufnehmen. Sie freut sich auf die doppelte Herausforderung.

«In London Kinder grosszuziehen, wäre hart geworden», sagt sie.

«Dafür brauchst du richtig viel Geld. Dort sind die Löhne schlechter als in der Schweiz, die Krippenplätze und Wohnungsmieten teurer.»

14 Jahre in London zu bleiben, ­dafür hat sich Anna-Maria Pfab nicht bewusst entschieden. Vielmehr habe eines immer das ­andere ergeben. Während des Studiums arbeitete sie unter anderem selbstständig für den Fotografie-Verlag Schilt Publishing und gründete die eigene Fotoagentur Kiosk. Aktuell arbeitet sie in dieser mit drei Fotografen zusammen, organisiert Ausstellungen oder hilft beim Verkauf von Bildern und dem Verlegen von Büchern. Zudem ist Pfab Dozentin an der Falmouth University, wo sie «Professional Practice» in einem Online-Master und in einem Bachelor für Fotografie unterrichtet. Im Museum im Lagerhaus bereitet sie derzeit die Informationen rund um die Ausstellung «Crazy, Queer, and Lovable» des Dänen Ovartaci vor. Die Ausstellung thematisiert die Sehnsucht, das andere Geschlecht zu verkörpern. «Mutig und spannend», sagt Anna-Maria Pfab dazu – ganz so, wie sie es mag.

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