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Von Mozart zu Mozart

Kristiina Poska dirigiert, der Pianist William Youn spielt Bach – und noch ein Stück aus Kinderzeiten.
Rolf App

Pjotr Tschaikowsky hat Mozart geliebt. Als Musikkritiker lobt er den «Don Giovanni», weil er «überreich an unvergleichlichen Schönheiten voller dramatischer Wahrheit» sei. Als Komponist knüpft er in den Rokoko-Variationen für Cello und Orchester an Mozarts klassisch-klaren Stil an. Später wählt er für seine Orchestersuite Nr. 4 op. 61 vier kleine Spätwerke des Meisters aus Wien aus und gibt ihnen seine eigene, sehr persönliche Lesart.

Mit dieser «Mozartiana»-Suite eröffnet das Sinfonieorchester St. Gallen am Freitagabend sein Weihnachtskonzert, das heute um 17 Uhr wiederholt wird. Am Pult steht mit der 39-jährigen Estin Kristiina Poska eine jener Frauen, die zur Dominanz der Männer in diesem Beruf ein Gegengewicht setzen. Sie tut es freundlich, aber entschieden. Sorgfältig arbeitet sie die Kon­traste heraus und lässt die Holzbläser sehr schön hervortreten. Man spürt Eleganz und Feuer und ist ein erstes Mal eingenommen. Der krönende Variationensatz am Ende gibt auch noch dem Konzertmeister Igor Keller Gelegenheit, mit einem Geigensolo einiges zum Glanz des Abends beizusteuern.

Inseln der Poesie neben kraftvollen Akzenten

Dann tritt in Johann Sebastian Bachs Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-Moll der Solist des Abends auf die Bühne. William Youns filigranes Spiel kommt vor allem in den lyrischen Passagen sehr zur Geltung, und im leichtfüssigen Finale, wo die im Mittelsatz etwas dominanten Streicher wieder stärker in den Hintergrund treten.

Nach der Pause nimmt Kristiina Poska Mozarts glanzvolle letzte Sinfonie C-Dur KV 551 in Angriff, dabei gelingt ihr eine ungemein lebendige, pulsierende, farbenreiche Interpretation. Sie schafft Inseln der Poesie und setzt dann wieder kraftvolle Akzente, und die Orchestermusiker zeigen sich in glänzender Spiellaune.

Noch einmal ist William Youn zu hören, in einem Late Night Special nach dem Konzert und mit jener Mozart-Sonate C-Dur KV 330, die er als Bub als aller-erste Sonate gespielt hat. Mozart, sagt er, sei «zu leicht für die Kinder und zu schwer für die Meister», und schafft vor allem im zweiten, ganz zart pochen-den, da und dort melancholisch untermalten Satz Ausserordentliches.

Rolf App

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