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Von Kunstdieben und Grabräubern in der Hauptpost St.Gallen

Rätsel um verschwundene Mappe mit Lithografien: Zum Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe standen die Gefahren für das bewegliche Kulturgut im Zentrum.
Laura Widmer
Eine Lithografie von Alexander Calder gehörte ebenfalls zur Kunstmappe. (Bild: PD)

Eine Lithografie von Alexander Calder gehörte ebenfalls zur Kunstmappe. (Bild: PD)

Die Anfrage der Universität St. Gallen an den Kanton ist eigentlich ohne Hoffnung. Seit den 1970er-Jahren wird eine Kunstmappe mit Lithografien vermisst. Die verschwundene Mappe enthält Grafikblätter von namhaften Künstlern wie Jean Arp, Walter Bodmer oder Alexander Calder. Diese wurden von HSG-Professor und Kunstförderer Eduard Naegli in Auftrag gegeben, um mit dem Verkaufserlös Kunstwerke an der Universität zu finanzieren. Die Mappe ist beliebt, und die Auflage vergriffen, ehe alle Lithografien gedruckt sind. So unwahrscheinlich es ist, dass die Mappe in der Kunstsammlung des Kantons ist: Ursula Badrutt, die Leiterin der Kulturförderung hat sofort ein Bild vor Augen. In einer staubigen Schublade taucht die Mappe auf. Nur mit Mühe lässt sich nachverfolgen, wie sie dort gelandet ist.

Bewegliches Kulturgut braucht Schutz

Anlass der Vortragsreihe «Kulturelles Erbe bewegt» in der Hauptpost St. Gallen ist das neue kantonale Kulturerbegesetz. Seit Anfang Jahr sind bewegliche Kulturgüter wie Bücher, Manuskripte oder Bilder besser geschützt. Über das Gesetz informierte an diesem Abend Christopher Rühle vom Amt für Kultur. Er zeigte auf, weshalb der Schutz von beweglichen Kulturgütern so herausfordernd ist und besser reguliert werden muss. Solche Zeugnisse von Geschichte können verloren gehen oder werden von der Öffentlichkeit weniger beachtet. Nicht selten kommt es vor, dass bewegliche Kulturgüter «unrechtmässig Abhandenkommen», also gestohlen werden oder ins Ausland «abwandern».

Leider ist Kunstraub selten so elegant wie im Film, dafür umso spektakulärer. Das wurde bei Andrea Raschèrs Exkurs zu Grabräubern und gestohlenen Werken aus der Kunstgeschichte deutlich. Der Jurist weiss, wovon er spricht, hat er doch beim Bundesamt für Kultur neue Gesetze zum Schutz von Kulturgütern erarbeitet. Mit Augenzwinkern und einem Sinn fürs Theatralische plauderte er «aus dem Nähkästchen». Etwa erzählte er von Giacomo Medici, einem Antikenhändler aus Italien, dessen Kontakte in die besten Kreise des Kunstbetriebs reichten. Für den Handel mit gestohlenen Artefakten wurde er 2004 zu zehn Jahren Haft und einer Rekordstrafe von zehn Millionen Euro verurteilt.

Solchen «Räubergeschichten» aus dem Kunstbetrieb war der erste Abend der Vortragsreihe gewidmet. Kommende Woche geht es um die Restaurierung alter Fotografien.

Weitere Referate am 20.11., 27.11., 4.12. und 11.12. jeweils 19 Uhr im Café St. Gall, Hauptpost St. Gallen

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