Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Von Gott geprüft, von Engeln auf Händen getragen

Am 167. Palmsonntagskonzert in der Kirche St. Laurenzen sang der Oratorienchor St. Gallen Felix Mendelssohn Bartholdys «Elias»: Als mitreissendes Prophetendrama, farblich facettenreich.
Bettina Kugler

«Wie die Wütenden» sollten sie singen und spielen: die über 400 an der Uraufführung des «Elias» im Jahr 1846 beteiligten Sänger und Musiker in Birmingham. So jedenfalls hätte Felix Mendelssohn Bartholdy den Schluss des ersten Teiles gern gehört. Schon damals geriet seine Musik etwas gepflegter; die archaische Wucht des alttestamentlichen Prophetendramas erschien ihm selbst «niedlich, gefällig» und «elegant». Wofür das Publikum das mehr als zweistündige, monumentale Oratorium freilich bis heute innig liebt. Den «Elias» auf das Programm des 162. Palmsonntagskonzertes zu setzen, garantierte dem Oratorienchor St. Gallen eine zweimal gut besetzte St. Laurenzenkirche.

Suggestive Klangbilder und Engelsgesang

Dabei gab sich Uwe Münch am Pult keineswegs mit melodieseliger Gefälligkeit und Glätte zufrieden. Mit wesentlich kleinerer, aber doch dynamisch schlagkräftiger Besetzung setzte er auf die Dramatik des Werks, auf seine suggestive und elementare Bildgewalt, brauchte dazu nicht «dicke, schwere Chöre», sondern wache, bewegliche Sänger – im Chor und unter den Solisten.

Das opernerfahrene Sinfonieorchester St. Gallen folgte ihm flexibel und brachte die farbliche Fülle in allen Schattierungen zum Leuchten, die düsteren wie die lieblich-milden. Das stimmlich wunderbar leichte, ausbalancierte Doppelquartett «Denn er hat seinen Engeln befohlen» etwa, aus dem Chor gesungen, trugen die Musiker federnd und engelsgleich auf Händen.

Peter Schöne gab dem Elias viele Gesichter: das des unerbittlichen Eiferers, des beissenden Spötters, des zornigen Aufrührers – stets gepflegt, mit schlank geführtem, lyrisch timbriertem Bariton. Eindringlich expressiv gestaltete Dorottya Láng die Alt- soli; etwas mehr von ihrer sprachlichen Prägnanz hätte Sopranistin Angela Vallone ebenfalls gut getan. Paul Schweinester überzeugte dagegen mit klarer Diktion besonders in den Rezitativen. Der Chor bewahrte unterdessen seine Spannkraft, durch Klagen und Verzagtheit bis zum Stimmglanz der Schlussfuge.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.