Von «Dornröschen» zur «Blechtrommel»

Mit Mozarts Oper «Le Nozze di Figaro» eröffnet das Theater Winterthur die Saison 2015/2016. Dann gastieren in dichter Folge Bühnen aus dem In- und Ausland mit Produktionen im Schauspiel, im Musiktheater, im Tanz und im Kinder- und Jugendtheater.

Rolf App
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Ganz klassisch: Tschaikowskys Ballett «Dornröschen». (Bild: Jochen Klenk)

Ganz klassisch: Tschaikowskys Ballett «Dornröschen». (Bild: Jochen Klenk)

Die Oper stammt aus dem Jahr 1780, doch Nadja Loschky katapultiert Wolfgang Amadeus Mozarts «Le Nozze di Figaro» um 180 Jahre in die Zukunft – in die Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Ihr Graf Almaviva ist «ein wohl korrupter, tölpelhafter und weibergeiler Regierungschef», hat der «Mannheimer Morgen» letzten Montag seine Eindrücke von der Premiere am Theater Heidelberg zusammengefasst.

Ein Strauss von Produktionen

Mit dieser Inszenierung nun startet das Theater Winterthur morgen Samstag in die neue Saison – zusammen mit dem Musikkollegium Winterthur. Dann folgt ein bunter Strauss von Gastspielen deutscher und österreichischer Bühnen, mal modern auftretend wie die Heidelberger, mal ganz klassisch wie Tschaikowskys «Dornröschen», mit dem das Badische Staatstheater Karlsruhe im Januar gastiert.

Guglielmettis neue Akzente

Schon im Dezember kommt Introdans aus den Niederlanden vorbei mit Choreographien von Hans van Manen und Jurí Kylián, im März und April dann bringen zwei Ballettkompagnien aus São Paulo brasilianische Tanzeslust in das Theater.

Seit er vor fünf Jahren sein Amt angetreten hat, hat der Programmleiter Thomas Guglielmetti in drei Richtungen Veränderungen vorangetrieben. «Erstens spielen wir die Produktionen öfter und wechseln nicht so schnell. Zweitens gehen wir mehr Kooperationen mit dem Musikkollegium ein. Momentan sind es vier pro Saison.»

Und als dritten Punkt nennt er den Ausbau des Kinder- und Jugendtheaters – «mit eigenen Produktionen wie <Der Sprachabschneider>, mit Claudia Cortis Kindertanztheater und, im Februar nächsten Jahres, mit der Kinderoper <Reise nach Tripiti>».

Highlights des Sprechtheaters

Ein Highlight des Schauspiel-Programms ist gewiss das Gastspiel des Wiener Burgtheaters mit Ödön von Horváths «Geschichten aus dem Wienerwald» im April, interessante Theater-Erfahrungen versprechen auch «Findlinge», eine «nordische Komödie» von Daniel Mezger (Februar/März), Frank Wedekinds «Frühlings Erwachen!» für heutige Jugendliche, und «Die Blechtrommel» von Günter Grass als Ein-Personen-Stück (Mai).