Von der Motivation, zu schreiben

Ich schreibe, weil Gedanken oft erst auf dem Papier entstehen und ich sozusagen die Kapazität meines Hirns sprengen will. Ausserdem ist alles Sprache, und deshalb ist Sprache Macht.

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Ich schreibe, weil Gedanken oft erst auf dem Papier entstehen und ich sozusagen die Kapazität meines Hirns sprengen will. Ausserdem ist alles Sprache, und deshalb ist Sprache Macht. Als «Infans» ist man unfähig zu sprechen, später hört einem keiner mehr zu – geschriebene Sprache ist weder übersehbar noch flüchtig und deswegen genau das richtige Medium, um sich «Gehör» zu verschaffen.

Chiara Bosshart

Ein Buchstabensturm, ein Wörterflimmern im Kopf, ein nervöses Fieber in den Fingern, das zum Schreiben zwingt. (M)Eine Art, nicht in der Flut von Eindrücken, die plötzlich und aus dem Nichts mitreissen kann, zu ertrinken, sondern mit – oder gegen – den Strom zu schwimmen. Ein Festhalten und Freilassen in einem.

Claire Plassard

Warum ich schreibe? Es beginnt mit dem winzigen Bruchteil einer Idee, der plötzlich da ist und sich hartnäckig in deinem Kopf einnistet. So eine Idee entwickelt sich dann weiter, beginnt zu keimen, in alle Richtungen zu wachsen, zu wuchern, immer mehr, immer weiter bis daraus ein ganzer Kosmos entsteht, den du dann so lange verdichten und komprimieren musst, bis daraus eine Geschichte wird. Ist nicht immer einfach, ist aber immer sehr geil! Warum dieses Buch wichtig ist?

Wir haben die Chance, unsere Texte anderen zu zeigen, statt sie in den unendlichen Tiefen unserer Schreibtischschubladen vermodern zu lassen. Das ist ein guter Abschluss für einen Text – und eine Motivation, um weiter zu schreiben.

Sebastian Ryser