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Die besten Schweizer Festivals für Klassik und Jazz-Fans

Die Musik spielt im Sommer draussen. Eine Auswahl von vier nationalen Jazz- und Klassikfestivals deren Besuch sich lohnt: Das Lucerne Festival spielt Musik für Kinder von 3 bis 99 Jahren, Montreux Jazz tendiert in Richtung Rock, während in Gstaad die Alpen besungen werden und in Zürich Schönheit und Wahnsinn regieren.
Rolf App, Philipp Bürkler,
Der libanesische Trompeter Ibrahim Maalouf. (Bild: Jean-Christoph Bott)

Der libanesische Trompeter Ibrahim Maalouf. (Bild: Jean-Christoph Bott)

Montreux Jazzfestival: Rocklegenden

Der wohl weltweit bekannteste Schweizer Musikanlass feiert diesen Sommer seine 52. Ausgabe. 2018 geht Montreux musikalisch stark in Richtung Rock. Rund die Hälfte der insgesamt 16 Abende gehört den elektrischen Gitarren. Interessant dabei: die meisten Künstler des Bereichs Rock haben ihre Karriere fast zeitgleich mit dem ersten Festival begonnen. Also vor ungefähr 50 Jahren. Bereits am Eröffnungsabend steht das mittlerweile 76-jährige Gründungsmitglied von Velvet Underground, John Cale, auf der Bühne. Am 4. Juli spielt Deep Purple. Die Band war 1971 für Aufnahmen in Montreux, während deren ein Brand das Casino zerstörte. Ihr davon inspirierter Song «Smoke on the Water» machte die Stadt am Genfersee noch berühmter. Einen Tag später, am 5. Juli, gibt der nie müde und auch mit 71 Jahren immer noch mit nacktem Oberkörper auftretende Iggy Popp eine Show.

Zwei Altmeister und Johnny Depp Am 7. Juli stehen die Neunziger-Grunge-Band Alice In Chains, am 8. Juli Queen Of The Stone Age und am 9. Juli Nine Inch Nails auf dem Programm. Trent Raznor und seine Nine Inch Nails, die auch am Open Air St. Gallen dabei sind, teilen sich die Bühne mit Gary Numan, der vor rund 40 Jahren den Synthie-Pop miterfand. Am 11. Juli spielen die beiden Altmeister Van Morrison und Steve Winwood. Spannend dürfte auch der 12. Juli werden, wenn der Brite Nick Cave mit seiner Band Bad Seeds und Jack White das Festival beehren werden. Einmalig dürfte am 5. Juli der Auftritt von Hollywoodstar Johnny Depp werden. Der Schauspieler hat die Band Hollywood Vampires zusammen mit Alice Cooper und dem Aerosmith-Gitarristen Joe Perry gegründet. Hollywood Vampires spielen ausschliesslich Songs von toten Rockstars. Das Vampir-Trio teilt sich den Abend mit der 80er-Legende Billy Idol.

29. Juni bis 14. Juli
montreuxjazzfestival.com

Sol Gabetta in Gstaad 2017. (Bild: Raphael Faux)

Sol Gabetta in Gstaad 2017. (Bild: Raphael Faux)

Gstaad: Granithörner und Alpensinfonien in

Was machen zwei Musikerinnen, wenn ihnen das Repertoire für ihre Instrumente nicht genügt? Wenn sie so gewitzt sind wie die Geigerin Patricia Kopatchinskaja und die Cellistin Sol Gabetta, geben sie einfach neue Stücke in Auftrag. In diesem Fall haben sie über die sozialen Netzwerke nachgeholfen – mit dem Effekt, dass sie in Gstaad sechs Uraufführungen bieten. «Les Alpes» ist das Programm übertitelt, reich ist die Ernte, zu der Werke von Brahms, der drei Sommer am Thunersee verbrachte, und Mendelssohn ebenso gehören wie die «Alpensinfonie» von Richard Strauss, Pjotr Tschaikowskys «Manfred», Leopold Mozarts «Alphornsinfonie» oder die Uraufführung von Helena Winkelmans «Granithörner» für Alphorn und Streichquintett. (Rolf App)

13. Juli bis 1. September gstaadmenuhinfestival.ch

Lucerne Festival; Kinder hören mit dem Herzen

«Sagen Sie mir, übersteigt dies nicht alle Einbildungskraft?», fragt der Korrespondent des «Augsburgischen Intelligenz-Zettels», nachdem er 1763 den siebenjährigen Wolfgang Amadé Mozart gehört hat. Dabei gewesen ist auch Johann Wolfgang von Goethe. Er macht sich später Gedanken darüber, warum unter hochbegabten Kindern so viele Musiker sind. «Das musikalische Talent», meint er, «kann sich wohl am frühesten zeigen, indem die Musik ganz etwas Angeborenes, Inneres ist, das von aussen keiner grossen Nahrung und keiner aus dem Leben gezogenen Erfahrung bedarf.» Vielleicht meint der luxemburgische Regisseur und Performer Dan Tanson genau das, wenn er sagt: «Kinder hören mit dem Herzen.» Als «artiste étoile» wird er am diesjährigen Lucerne Festival eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel mit der «Senegalliarde», einem poetischen Musiktheater mit Musik aus dem Senegal.

Auch ein paar Wunderkinder aus unserer Zeit Neben ihm wird der Schlagzeuger und Komponist Fritz Hauser in mehreren, stark experimentell geprägten Konzerten Werke präsentieren, die wenig feste Regeln kennen, sondern mehr an Klangentstehungsprozessen interessiert sind, wie etwa «Schraffur», eine Performance mit 200 Kindern und Erwachsenen am Erlebnistag vom 26. August. Dan Tansons Produktionen richten sich an «junge Hörer von 3 bis 99 Jahren». Das Kindliche ist an kein Lebensalter gebunden, und auch viele Komponisten sind oft und gern in Kinderwelten zurückgekehrt. Etwa Camille Saint-Saëns im «Karneval der Tiere», Peter Tschaikowsky im Ballett «Der Nussknacker», oder Richard Strauss in «Schlagobers», dem musikalischen Besuch in der Konditorei. All dies – und viel mehr – präsentieren grosse Orchester und Solisten. Übrigens: Auch ein paar Wunderkinder von heute werden zu hören sein. (Rolf App)

17. August bis 16. September lucernefestival.ch

Festspielen Zürich: Schönheit und Wahnsinn

Was in der Limmatstadt gerade vom Stapel geht, ist ein Riesenanlass mit 142 Veranstaltungen, an denen über drei Wochen 31 Institutionen beteiligt sind: Konzertveranstalter, Theater, Museen, Oper. «Schönheit/Wahnsinn» ist die Klammer, die sie miteinander verbindet, und die erstaunlich vielfältige Zugänge erlauben. Sie reichen vom Gespräch mit dem südafrikanischen Modestar Laduma Ngxokolo über «Extreme Mode in der Kunst» bis zur Premiere von Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» am Opernhaus – mit ­David Hansen als Nero. Auch die Gegenwart mit ihrem Anspruch der Selbstoptimierung wird in den Blick genommen. «Manche verstehen sich als eine Art Bioaktie, die ständig einen Mehrwert bringen muss», sagt dazu der Psychiater Daniel Hell. (Rolf App)

1. bis 24. Juni
festspiele-zuerich.ch

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