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Virtuos, aber reif und persönlich:
Pianist Simon Bürki begeisterte in Gossau

Er stammt aus Gossau, studiert und lebt aber in Moskau. Der junge Simon Bürki erwies sich bei seinem Rezital letzten Sonntag in der vollbesetzten Gossauer Kirche Haldenbüel als feinsinniger Musiker.
Martin Preisser
Der Moskauer Pianist Simon Bürki machte in seiner Heimat Gossau Halt. Bild: Benjamin Manser

Der Moskauer Pianist Simon Bürki machte in seiner Heimat Gossau Halt. Bild: Benjamin Manser

Mit viel Spannung war in Gossau der Auftritt des jungen, an vielen internationalen Wettbewerben schon preisgekrönten Pianisten Simon Bürki erwartet worden. Wenn er als Zugabe die düstere Etüde Nr. 5 aus Rachmaninows "Etudes-tableaux" op. 39 spielt, hört man den mit allen virtuosen Wassern gewaschenen Studenten des Moskauer Tschaikowsky-Konservatoriums. Bürki gehört aber nicht zu den nur brillieren könnenden jungen Tastenlöwen, welche die Bühnen der Welt erobern wollen.

Da ist vielmehr ein 19-Jähriger am Werk, der tiefgründig die Musik auslotet, ja einen eigenen, oft schon sehr intimen Ausdruck hinter den schweren, viel Kondition fordernden Partituren sucht und findet. Grossartig und mit konzentrierter Überlegenheit gestaltet Bürki Schumanns "Sinfonische Etüden" samt fünf weniger gespielten Variationen. Da ist überall die richtige Kraftentfaltung und vor allem ein stets sehr transparentes Spiel, das alle Details berücksichtigt.

Ein Chopin-Spiel mit vielen zarten Momenten

Wunderschön ist Bürkis Sicht auf Chopins dritte und vierte Ballade, in denen Bürki stets den singenden Ton sucht und ihm vor allem in der dritten Ballade besonders zarte, filigrane Momente gelingen. Es ist ein Chopin-Spiel, das den Energie-Ebenen dieser Musik feinsinnig nachspürt. Mit viel Kenntnis um Alexander Skrjabins beginnenden mystischen Stil, der in dessen vierter Sonate aber noch sehr virtuos und in romantischer Tradition umkleidet ist, gestaltet Simon Bürki diesen faszinierenden russischen Komponisten, mit viel warmer Klangfarbe im ersten, und mit herrlich ekstatischer Steigerung im zweiten Satz.

Relativ wenig Töne haben die barocken Sonaten von Scarlatti. Zwei davon zelebrierte Bürki sehr romantisch, mit traumähnlichem Schleier und russisch-empfindsam. Es war der erste Moment zu Beginn dieses packenden Rezitals, als das Publikum bereits den Atem anhielt. Es folgten viele solcher Momente. Ein junger Pianist, dem man eine grosse Portion Glück und die richtigen Menschen wünscht, die ihn auf seinem Weg zu einer durchaus möglichen internationalen Karriere unterstützen. (map)

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