Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Theatercompagnie Cirque de Loin kommt nach St.Gallen: Vier Frauen, ein Sarg und viel Körpersprache

Sie führt ab heute auf der Kreuzbleiche das Stück «Soror» auf. Ein Gespräch mit der Schauspielerin und künstlerischen Leiterin Newa Grawit.
Roger Berhalter
Seltsame Bräuche: Newa Grawit (ganz rechts) mit Martina Momo Kunz, Carolin Jakoby und Aedin Walsh. Bild: PD

Seltsame Bräuche: Newa Grawit (ganz rechts) mit Martina Momo Kunz, Carolin Jakoby und Aedin Walsh. Bild: PD

Ist das noch Theater oder schon Zirkus? Stehen da Schauspielerinnen in der Manege oder eher Artistinnen oder gar Clowns? Die Kompagnie Cirque de Loin bewegt sich bewusst zwischen Grenzen, beim neusten Stück «Soror» mehr denn je.

«Es ist noch weiter weg vom klassischen Theater als unsere bisherigen Produktionen», sagt Newa Grawit vom Cirque de Loin. «Soror» spielt denn auch nicht auf der Theaterbühne, sondern im Zirkuszelt. Zum dritten Mal ist die Kompagnie mit Sitz in St.Gallen und Bern mit ihrem Zelt auf der Kreuzbleiche zu Gast. Ab heute bis Samstag ist «Soror» jeden Abend zu sehen.

Das neue Stück des Cirque de Loin handelt von vier Schwestern, die Totenwache bei ihrem Vater im Sarg halten. Dabei führen die vier Frauen ihre eigenen Familienrituale und seltsamen Bräuche auf, jenseits aller Konventionen. Sie reden ihre eigene Sprache; ein Kauderwelsch, von dem die Zuschauer nur einzelne Wörter verstehen.

Der Tod des eigenen Vaters als Ausgangspunkt

Newa Grawit hat im Stück zwei Hüte auf. Einerseits hat sie mit Martina Momo Kunz von der Kompagnie «Les Mémoires d’Helène» die künstlerische Leitung inne, anderseits spielt die 35-Jährige auch selber mit. Es ist ihr erstes eigenes Stück für den Cirque de Loin. Ausgangspunkt sei der unerwartete Tod ihres Vaters gewesen, erzählt sie. Dieser war Anfang der 1980er-Jahre als Bühnenbildner am Theater St.Gallen tätig, weshalb Grawit ihre ersten Lebensjahre zwischen St.Gallen und Deutschland pendelte.

Den Cirque de Loin lernte sie an einer Aufführung von «Marasa» in Zürich kennen. «Ich verliebte mich ganz fest in dieses Stück», erinnert sie sich. «Genau diese Art von Theater wollte ich ­machen.» Die Verbindung von Schauspiel, Artistik und Musik faszinierte sie. 2013 stieg sie in den Cirque de Loin ein und ist seither geblieben.

«Soror» sei nichts für zarte Seelen, schreibt die «Berner Zeitung» in einer Besprechung des Stücks mit dem Titel «So körperlich, dass es weh tut». Die vier Frauen lassen Körpersäfte fliessen, zeigen viel nackte Haut und zielen bewusst unter die Gürtellinie. «Emotionen werden im Stück nicht über Sprache, sondern über den Körper ausgedrückt», sagt Grawit. «Es ist eine sehr sinnliche Art, auf der Bühne zu stehen.» (rbe)

Mi–Sa, 20 Uhr, Kreuzbleiche

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.