Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Interview

Actionstar Jason Statham: «Vielleicht bin ich jetzt ein Softie»

Jason Statham macht auch mit 51 noch seine eigenen Stunts. Doch seine Karriere als knallharter Actionstar hat Spuren hinterlassen.
Lory Roebuck

Der Actionheld, wie er einst von Schauspielern wie Bruce Willis, Steven Seagal oder Sylvester Stallone verkörpert wurde, mag eine aussterbene Kino-Spezies sein. Ganz von der Kinoleinwand soll er allerdings nicht verschwinden.

Zumindest, wenn es nach Jason Statham geht. Der britische Schauspieler liebt knallharte Rollen, seine neuste ist ab nächster Woche im Actionfilm «Fast & Furious: Hobbs & Shaw» zu sehen.

Wir trafen den 51-Jährigen zum Gespräch über schnelle Autos, alternde Actionstars und die Risiken seines Berufs.

Spielt harte Kerle: Jason Statham. (Bild: Universal Pictures)

Spielt harte Kerle: Jason Statham. (Bild: Universal Pictures)

Sie sind bekannt dafür, dass Sie Ihre eigenen Stunts machen. Vor zwei Jahren wurden Sie erstmals Vater. Sind Sie seither etwas –

Jason Statham: – verantwortungsvoller geworden? (lacht)

Genau das wollten wir fragen.

Nun, ich bin vor der Kamera noch nie so weit gegangen, dass ich mein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt hätte. Ich habe aus meiner Jugend gewisse physische Fertigkeiten, die andere Schauspieler nicht haben. Aber die wirklich riskanten Stunts – also Explosionen, Autounfälle und so – überlasse ich professionellen Stuntmännern.

Und bei welchen Stunts kommen Sie zum Einsatz?

Wenn es darum geht, eine Wand hochzurennen oder mich mit einem Raum voller Typen rumzuprügeln. Schon bei meiner ersten grossen Hauptrolle, im Film «The Transporter», war es mir wichtig, meine eigenen Stunts durchzuführen. Und es ist mir ein grosses Anliegen, mit jedem Film darin besser zu werden.

Bessere Stunts, was heisst das?

Cooler, aufregender, abwechslungsreicher.

Wie gross ist da das Verletzungsrisiko?

Ich habe mich schon oft verletzt, auch wenn ich nicht die grössten Risiken eingehe. Muskel- und Gelenkverletzungen, gerissene Achillessehnen, Halsverletzungen und so. Das braucht jeweils lange zum Heilen. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Nur weil ich jetzt ein Baby habe, werde ich nicht weniger Stunts machen.

Sie drehen seit bald zwanzig Jahren Actionfilme. Welche körperlichen Spuren hat das bei Ihnen hinterlassen?

Einige. Beim Film «The Mechanic» holte ich mir zum Beispiel eine böse Halsverletzung. Weil ich danach fast pausenlos weitere Filme drehte, ist das nie richtig verheilt. Heute lasse ich mir für meinen Körper viel mehr Zeit. Es ist bei mir wie bei einem alten Wagen: Du kannst ihn nicht einfach abspritzen und ein bisschen polieren. Hin und wieder musst du auch die Kopfdichtung und die Bremssättel auswechseln.

Und wie halten Sie diesen alten Wagen derzeit am Laufen?

Mit täglichem Training. Momentan steht vor allem Gewichtheben an. Aber meine grosse Leidenschaft ist und bleibt der Kampfsport – Jiu Jitsu, Kickboxen, Thaiboxen. Und ich habe jetzt auch mit Yoga angefangen. Da habe ich aber noch Steigerungspotenzial!

Wer hat eigentlich den grösseren Anteil an einem Actionhelden: der Darsteller oder der Stuntchoreograf?

Dave Leitch, der Regisseur von «Hobbs & Shaw», war mal Profikampfsportler. Er ist also selbst ein Stuntexperte. Seine Philosophie lautet: In einer Kampfszene entdeckst du den wahren Charakter einer Figur. Leute wie Bruce Lee sind das beste Beispiel dafür. Jeder Punch von ihm sagte etwas über ihn aus. Was ich damit meine: Stuntchoreografen geben dir einen Grundriss. Aber es liegt an dir, da deinen Stempel aufzudrücken.

Als vor 18 Jahren der erste «Fast & Furios»-Film im Kino lief, ahnte niemand, dass daraus eine der erfolgreichsten Filmserien aller Zeiten werden wird. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Die «Fast & Furious»-Filme sind multikulturelle Ereignisse. Sie zeigen, dass Menschen völlig unterschiedlicher Herkunft eine gemeinsame Familie sein und ihre Meinungsverschiedenheiten für ein höheres Ziel beiseite legen können. Ich glaube, viele Zuschauer auf der ganzen Welt erkennen sich darin wieder.

Die schnellen Autos schaden aber auch nicht, oder?

(lacht) Überhaupt nicht!

Was für ein Auto fahren Sie?

Ich liebe Autofahren. Mein erster Wagen war ein Golf GTI, danach fuhr ich einen BWM, dann viele verschiedene Audis. Immer nur deutsche Autos, fällt mir gerade auf. Doch in «Hobbs & Shaw» fahre ich einen McLaren – das britische Auto schlechthin. Shaw ist schliesslich ein Patriot.

«Hobbs & Show» ist ein Spinoff. Inwiefern unterscheidet sich der Film von den anderen «Fast & Furious»-Teilen?

Er ist ein bisschen mehr High-Tech. Wir wollten ein paar neue Elemente einführen, uns aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Wir wollen die Fans ja nicht abschrecken. Meine Figur Shaw und Dwayne Johnsons Figur Hobbs waren immer schon zwei der spannendsten Nebenfiguren, sie sind wie Öl und Wasser. Darauf wollten wir aufbauen, indem wir sie auf eine gemeinsame Mission schicken.

Die Stars von «Fast & Furious: Hobbs & Shaw»: Idris Elba, Helen Mirren, Vanessa Kirby und Jason Staham. (Bild: Joel C Ryan/Keystone)

Die Stars von «Fast & Furious: Hobbs & Shaw»: Idris Elba, Helen Mirren, Vanessa Kirby und Jason Staham. (Bild: Joel C Ryan/Keystone)

Ihre Filmfigur Shaw war in früheren «Fast & Furious»-Filmen ein Bösewicht. Jetzt ist er einer der Guten. Hat Sie dieser Wandel überrascht?

Ach, die anderen Figuren haben Shaw einfach immer missverstanden (lacht). Er will bloss seinen Bruder Owen rächen. Die Leute, die Owen vermöbelt haben, müssen dafür gerade stehen. Shaw war nie ein typischer Bösewicht. Und je mehr wir über ihn erfahren, desto mehr mögen wir ihn.

Stimmt. Im letzten Film rettete Shaw ein Baby. War es Ihnen wichtig, diesen weichen Kern hinter seiner harten Schale zu zeigen?

Er ist ja kein Roboter. Im neuen Film gibt es ähnliche Szenen, zum Beispiel als Shaw und Hobbs in Anwesenheit ihrer Mütter plötzlich wie kleine Kinder sind. Das ist doch in jeder Familie so, oder? Für meinen Sohn ist jedenfalls klar, wer zu Hause der Boss ist: nicht ich, sondern seine Mama. (lacht)

Also hat auch der knallharte Jason Statham einen weichen Kern?

Seit ich Vater bin, bin ich definitiv viel emotionaler geworden. Vielleicht bin ich jetzt sogar ein bisschen ein Softie.

Hart, härter, Statham

Jason Statham kam 1967 in Derbyshire im Herzen Englands zu Welt. Er betreibt seit seiner Jugend Kampfsport und nahm 12 Jahre lang für Grossbritannien an Tauchwettkämpfen teil. Seine erste Filmrolle hatte er 1998 in Guy Ritchies Kultfilm «Bube, Dame, König, Gras». Seinen Durchbruch feierte er mit dem Actionfilm «The Transporter» (2002), seither spielt er vornehmlich Actionrollen. Seit 2013 hat Statham eine wiederkehrende Nebenrolle in den «Fast & Furious»-Filmen. Im Ableger «Hobbs & Shaw» spielt er nun neben Dwayne Johnson die Hauptrolle. Seit 2010 sind er und das britische Model Rosie Huntington-Whiteley ein Paar. Ihr gemeinsamer Sohn kam im Juni 2017 zur Welt. (LOR)

Fast & Furious: Hobbs & Shaw (USA 2019). Ab 1. August im Kino.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.