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Phil Gates bringt den Blues via Super Bowl und Hollywood in die Ostschweiz

In den USA arbeitete Phil Gates schon mit Blues-Grössen wie Stevie Ray Vaughn oder Buddy Guy. Seit zwei Jahren wohnt der Gitarrist und Sänger in Urnäsch. Am Freitagabend tritt er am Splügen-Fest in der Altstadt auf.
Christof Krapf
Er mixt Blues, Soul und Funk: Der US-Musiker Phil Gates spielt heute Abend am Splügenfest. (Bild: (Michel Canonica/Gossau/7. Juli 2018))

Er mixt Blues, Soul und Funk: Der US-Musiker Phil Gates spielt heute Abend am Splügenfest. (Bild: (Michel Canonica/Gossau/7. Juli 2018))

Chicago, New York, Los Angeles: Bis vor zwei Jahren hat Phil Gates vor allem in Millionenstädten gelebt. Und jetzt: Urnäsch, 2200 Einwohner. In die Schweiz kam der 56-jährige Musiker der Liebe wegen. Bei einem Besuch in Europa lernte er seine Frau – eine Sängerin – kennen. 2016 zog er zu ihr in die Ostschweiz.

Er tauschte das Leben in Hollywood – Gates wohnte nur zwei Blocks vom legendären Sunset Boulevard entfernt – gegen das Appenzellerland ein. Einen Kulturschock hat der Gitarrist und Sänger dennoch nicht erlebt. Er sagt:

«Meine Aussicht hat sich geändert. Vorher hatte ich den Pazifik und das Hollywood-Zeichen, jetzt den Alpstein. Mir gefällt es an beiden Orten.»

In seiner Heimat war Gates in der Blues-Szene etabliert. Er produzierte Alben, spielte als Studiomusiker für andere Künstler, unterrichtete Gitarre sowie Aufnahmetechnik und hatte Liveauftritte. In der Schweiz begann er bei null. Die Arbeit als Gitarrist im Studio hat er dank des Internets behalten; Gates ist auf Alben zu hören, die 10'000 Kilometer entfernt produziert werden. «Künstler geben mir Songs, ich nehme den Gitarrenpart auf und schicke diesen zurück», sagt er. Gleich neben dem Espenmoos hat er ein Tonstudio eingerichtet, davor steht ein Subaru mit Ausserrhoder Nummer – automässig hat er sich eingelebt.

Das musikalische Gewürzgestell

Was ihm hier fehlt, ist der Austausch mit anderen Musikern. In den USA setzte sich Gates für andere Künstler ein. Etwa als Gründer und Präsident der Los Angeles Blues Society oder als musikalischer Direktor der Jimi Hendrix Foundation. «In diesen Vereinen trafen sich Musiker zum Austausch und zu Jam Sessions. Manch einer ergatterte dabei einen Auftrag als Studiomusiker oder einen Liveauftritt.»

Ein solches Netzwerk fehlt Gates in der Schweiz. Gerne würde er öfter Konzerte spielen und Schweizer Musiker dabei unterstützen, ihren Sound zu finden.

«Ich will das aber nicht als Allwissender aus Los Angeles machen, sondern als Kollege, der hie und da einen anderen Blickwinkel und andere Erfahrungen einbringt.»

Spricht Gates über seine Musik, braucht er das Bild eines Gewürzregals. Traditioneller Blues, elektrischer Chicago-Blues, Soul, Funk, Jazz und Klassik – diese Genres haben ihn auf seinem Weg begleitet. Begonnen hat dieser Weg in Chicago: Die Mutter spielte Klassik auf dem Klavier, der Vater Jazz auf der Trompete, der Bruder Schlagzeug und Gitarre.

Zuerst in die Air Force

Gates’ Weg führte zuerst in die US-Luftwaffe – dort verdiente er sich in Wettbewerben einen Platz in der Musikformation U.S. Air Force Tops In Blue. Mit ihr hatte er 1985 einen Auftritt in der Halbzeit-Show der Super Bowl – während des Finals der US-Footballliga sitzt ein Millionenpublikum vor dem TV.

Nach einer Welttournee mit den Tops In Blue kam der Bruch: Gates hatte zu lange mit falscher Handhaltung gespielt – wegen einer Handgelenksverletzung durfte er zwei Jahre lang nicht Gitarre spielen. «Ich wollte aber unbedingt mit der Musik verbunden bleiben. Dank meiner Elektronikkenntnisse aus der Luftfahrtindustrie, habe ich begonnen, als Tontechniker zu arbeiten.»

Als Toningenieur mixte er Liveauftritte von Blues-Grössen wie Stevie Ray Vaughn oder Buddy Guy. Gates lernte dazu und fand seinen eigenen Stil. Obwohl er sich auf Blues konzentrierte, finden sich in seinen Alben auch Funk-Songs, soulige Nummern oder gar ein Salsa-Song.

Momentan arbeitet er an seinem zehnten Album – funkig angehaucht soll es werden, mit Elementen aus Blues und Soul. Da ist es wieder, das Gewürzregal mit verschiedenen Stilen. Diese werden auch heute Abend, ab 20.30 Uhr, auf dem Pic-o-Pello-Platz zu hören sein. Gates bringt den Blues diesmal nicht nach Chicago, New York oder Los Angeles, sondern in die St. Galler Altstadt.

Blues, Soul und Puppenbühne am Splügenfest

Bereits zum 33. Mal findet dieses Wochenende das Splügenfest auf dem Pic-o-Pello-Platz in der Altstadt statt. Gemäss einer Mitteilung des Veranstalters treten in diesem Jahr drei Bands aus der Ostschweiz auf. Den Anfang macht am Freitag von 18 bis 20 Uhr «The Paper Jam» aus St.Gallen mit Covers aus den Sparten Bluesrock, Blues und Soul. Ab 20.30 Uhr spielt dann Phil Gates seine Mischung aus Blues, Funk und Soul. Wie es in der Mitteilung weiter heisst, werden an drei Bars Getränke verkauft. Zudem grilliert das Team des Restaurant Splügen Würste sowie Hamburger. Dazu gibt es verschiedene Salate. Der Samstagnachmittag gehört ab 17 Uhr den kleinsten Besuchern. Die Villinger Puppenbühne und der Zauberer Pfifikus gestalten ein Kinderprogramm. Danach spielt die St. Galler Band «Vintage Company» ab 20.30 Uhr Bluesrock-Covers.

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