Verspielte Kunst gegen Armut

Sabeth Hollands Bilder verzaubern derzeit die Galerie Lüchinger. Der «Zaubertopf» der St. Galler Künstlerin ist im Fenster zu sehen. Der Erlös für dieses Kunstwerk aus einer Auktion geht an die Solidaritätsorganisation «Schweizer Tafel».

Martin Preisser
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Der Zaubertopf von Sabeth Holland wird zu einem gemeinnützigen Zweck versteigert. (Bild: Urs Jaudas)

Der Zaubertopf von Sabeth Holland wird zu einem gemeinnützigen Zweck versteigert. (Bild: Urs Jaudas)

Die Skulptur «Zaubertopf» ist ein typisches Kunstwerk von Sabeth Holland, farbenfroh und anspielungsreich. Suppenlöffel aus Polyurethan bringt die Künstlerin so zusammen, dass das Gesamtgebilde fast wie eine Krone aussieht. Herzformen mag man ausmachen in dieser leicht-spielerischen und doch dichten Arbeit, jedenfalls eine Menge Zauberstäbe, die diesen Topf zu einem intensiven Phantasiegebilde werden lassen.

Symbole des Schenkens

Das Werk kann ersteigert werden; der Erlös kommt der Solidaritätsorganisation «Schweizer Tafel» zugute. «Es besteht in unserer Gesellschaft immer noch ein verzerrtes Bild von Bedürftigkeit und Armut», sagt Sabeth Holland, die mit diesem Kunstwerk etwas zurückgeben will, dankbar auch dafür, dass sie es im Leben einfacher habe als andere Menschen. Von daher wirkt das Kunstwerk symbolisch, gemahnen doch die eingearbeiteten Suppenlöffel auch daran, dass es manchmal einfach wichtig ist, etwas zu verteilen, abzugeben, zu verschenken.

Neben dem Zaubertopf, der nach dem Schaufenster der Galerie Lüchinger noch in der Buchhandlung Rösslitor zu sehen sein wird, hat Künstlerin Sabeth Holland die Galerie wieder in einen üppigen und lebensfrohen Farbengarten verwandelt. «Magic Gardens» heisst die Ausstellung denn auch, in der die typische und unverwechselbare Kunst Hollands zum Tragen kommt.

Bei der Künstlerin sind es immer die gleichen, unverkennbaren Elemente, die ihre Bilder ausmachen. Dicht und voll fordern sie zum Eintauchen und Entdecken der Fülle auf. Schwungvoll und fast überbordend zeigt Holland die Natur in prächtigsten Farben und unzähligen kleinen Motiven, die sie in Farbteppiche verwebt, die aber immer im Fluss zu sein scheinen. Freude und Überschwang herrschen vor, und im ungeordneten Reichtum der Natur und ihrer Eindrücke schafft Holland stets eine sanfte Ordnung. Ja fast mit zärtlicher Hand sind ihre Motive malerisch auf die Leinwand drapiert.

Neue Technik

Und auch eine neue Technik stellt die Künstlerin in «Magic Gardens» vor: Als Unikat fotografiert sie ein von ihr gemaltes Kunstwerk und bearbeitet es farblich am Computer und im Digitaldruck neu. Und da erhalten Hollands Phantasiewelten weg vom natürlichen fast einen popartigen, jedenfalls einen speziell illustrierenden Ausdruck voll leuchtender Farbigkeit.

Bis 19. November. Galerie Lüchinger (Webergasse 26, St. Gallen). Am Fr, 11.11., 11 bis 17 Uhr, ist die Künstlerin anwesend. Infos zur Auktion: www.wettbewerb-schweizertafel.ch