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Verlorene Träume, verpasste Chancen

Was hat der Landesstreik von 1918 mit unserem Leben heute zu tun? Dieser Frage geht die Laienbühne Theater Varain im neuen Stück nach – und stellt einen berührenden Bilderbogen auf die Bühne.
Julia Nehmiz
Rosi träumt von der Prärie, Hanni vom Weggehen. (Bild: Tine Edel)

Rosi träumt von der Prärie, Hanni vom Weggehen. (Bild: Tine Edel)

«Apéro Riche», so nennt Theater Varain das neue Stück – und es beginnt passenderweise mit einem Apéro. Mit einer launigen Begrüssungsrede wird das Publikum eingestimmt auf das, was dann im Lager der Goba-Getränke-Manufaktur folgt. Fast meint man, tatsächlich bei der Preisverleihung eines Dorfkomitees gelandet zu sein. Wirklichkeit und Spiel verwischen, fliessen ineinander. Zwischen Harasswänden stellen die 21 Spielerinnen und Spieler einen bösen, traurigen Bilderbogen auf die Bühne. Der Apéro, der in der Preisverleihung mündet, bietet den Rahmen, damit das Dorf endlich wieder gemeinsam feiert. Doch wirkliche Gemeinschaft entsteht nicht.

Miniaturszenen einer Dorfgesellschaft

Regisseurin Katja Langenbach hat mit den Hobby-Theaterspielern das Stück selber entwickelt – ausgehend von der Frage, was der Landesstreik von 1918 heute mit uns zu tun hat. Es geht um Neinsagen, Einstehen für Gleichberechtigung, verpasste Träume, vertane Chancen. Wo ist mein Platz? Im Leben, im Dorf, in der Familie, der Gesellschaft? Autorin Rebecca C. Schnyder hat den Spielerinnen und Spielern Mundartstück und Figuren auf den Leib geschrieben. In Miniaturszenen wird eine Dorfgesellschaft lebendig: Hinter jeder Figur eine grosse Geschichte. In wenigen Sätzen wird die Tragik, der verlorene Traum ihres Lebens klar.

Man redet aneinander vorbei, hält sich krampfhaft an Konventionen fest. Was sie bewegt, das erzählen sie, doch das Gegenüber kann oder will nicht darauf eingehen. Rosi träumt sich weg in die weite Prärie, Hanni träumt vom Ausbruch aus dem Hausfrauendasein, Kerstin will einstehen für eine gleichberechtigte Gesellschaft. Nicht alle Szenen überzeugen, aber die grosse Hingabe, mit der sich die Spielerinnen und Spieler in ihr Stück werfen, die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihre Figuren, ihren «Apéro Riche» lebendig werden lassen, entwickelt grosse Kraft und berührt ungemein.

Bis 17.11.; theater-varain.ch

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