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Verliebt in Clara Schumann

Nach dem Meisterzyklus-Konzert in der Tonhalle St.Gallen erfuhr das Publikum einiges über Leben, Lieben und Arbeiten der Musiker.
Rolf App
Komponist Johannes Brahms: 1853 kam es zur verhängnissvollen Begegnung mit Clara Schumann. (Bild: Keystone)

Komponist Johannes Brahms: 1853 kam es zur verhängnissvollen Begegnung mit Clara Schumann. (Bild: Keystone)

Es ist ein Abend mit gleich zwei Premieren: Zum ersten Mal spielt das Oliver Schnyder Trio an diesem ersten Meisterzyklus-Konzert am Freitag in der Tonhalle St. Gallen das dritte Klaviertrio g-Moll op.110 von Robert Schumann. Und zum ersten Mal findet danach im Foyer ein Gespräch mit den Künstlern statt. Es ist dies ein Format, das unbedingt fortgesetzt werden sollte. Denn das Publikum will wissen, wie Musiker leben und arbeiten, und die allermeisten Musiker sprechen gern darüber.

So erfährt man denn, dass der Sohn des Cellisten Benjamin Nyffenegger sich just während des Konzerts einer Operation unterziehen musste (die gut verlaufen ist). Man erfährt aber auch viel über die Komponisten des Abends. Über Robert Schumann (1810 – 1856), der manisch-depressiv war und noch dazu alkoholkrank. Und über Johannes Brahms (1833 – 1897), der, eine Generation jünger, nicht nur Schumanns Krisen hautnah miterlebt hat, sondern auch bis über beide Ohren verliebt war – in Schumanns Ehefrau Clara.

War das Brahms später peinlich?

War ihm das später peinlich? Jedenfalls hat er sein erstes, 1854 komponiertes Klaviertrio H-Dur op.8 1889 so gründlich umgearbeitet, dass viel von der inneren Aufgeregtheit, die sich darin findet, in der zweiten Fassung verschwunden ist. Umso schöner, dass Oliver Schnyder am Klavier, Andreas Janke an der Geige und Benjamin Nyffenegger das wundervolle, immer wieder überraschende Werk in seiner Urfassung spielen. Sie tun es mit Hingabe und Energie – und mit grossem Gespür für die Übergänge vom Heftigen zum Zarten. Da tut sich dann die ganze Gefühlsskala des gerade 21-jährigen Johannes Brahms auf. Geisterhaft zieht das Scherzo vorüber, innig blüht das Adagio auf. Und auch Schumanns Klaviertrio lebt stark aus den Gegensätzen, ist mal von heftiger Unruhe erfüllt, mal von inniger Ruhe.

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