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Verblüffend und verspielt

Heute eröffnet die Art Basel, die bedeutendste Kunstmesse der Welt, mit über 1500 internationalen Künstlern. Neben zeitgenössischer Kunst werden auch exquisite Werke der Moderne und Editionen fürs kleinere Budget ausgestellt.
Christina Genova
Der Amerikaner Paul McCarthy, der im Herbst mit einer Ausstellung in die St. Galler Lokremise kommt, zeigt an der Art Unlimited die Arbeit «Tomato Head (Green)» von 1994. (Bild: Art Basel)

Der Amerikaner Paul McCarthy, der im Herbst mit einer Ausstellung in die St. Galler Lokremise kommt, zeigt an der Art Unlimited die Arbeit «Tomato Head (Green)» von 1994. (Bild: Art Basel)

Ein wunderschöner Tag am Meer. Den Regenschirm kann man getrost zu Hause lassen, ausser man heisst Roman Signer. Am Stand der Basler Galerie Stampa an der Art Basel zeigt der St. Galler Bildhauer drei nigelnagelneue Videoarbeiten von 2016, darunter «Due Ombrelli» – eine tragische Kurzgeschichte um zwei Regenschirme. Sie stecken im Sand am Meeresstrand, unablässig umspült von den Wellen. Bald schon fällt der erste Schirm und wird vom Wasser weggetragen. Der zweite trotzt den Wellen etwas länger, als Betrachter fiebert man mit. Doch schliesslich fällt auch der zweite. Es gehört zum Ehrgeiz der 286 Galerien aus aller Welt, die an der ab heute fürs breite Publikum geöffneten Art Basel ausstellen, ihren Kunden entweder möglichst aktuelle oder besonders exklusive Kunstwerke zu präsentieren.

Auch von einer weiteren Ostschweizerin ist eine Arbeit von 2016 zu sehen: Pipilotti Rist zeigt bei Hauser & Wirth die Bodenprojektion «Sole». Bei Thomas Zander aus Köln, der sich auf Fotografie spezialisiert hat, findet man einen Vintage-Print von Robert Frank, der gerade in der Kunsthalle Appenzell ausstellt. Das signierte Foto aus der berühmten Serie «The Americans» kostet 48 000 Euro. Zahlreiche Besucher der Art Basel scheinen ihre Reise in die Schweiz mit einem Besuch der Manifesta in Zürich zu verbinden: Auffallend viele tragen eine Tasche mit dem Logo der Biennale an der Schulter.

Flacher Abfall

Auch an der Art Unlimited, wo 88 besonders grosse Werke präsentiert werden, begegnet man Werken von Künstlern, die momentan in der Ostschweiz ausstellen oder kürzlich hier zu sehen waren. Von Gerwald Rockenschaub, zurzeit im Kunstmuseum St. Gallen mit einer Einzelausstellung vertreten, ist eine 30 Meter lange verspielte Wandarbeit zu sehen. Und Alicja Kwade, die vor anderthalb Jahren dort zu Gast war, fordert die Wahrnehmung der Art-Besucher mit einer verblüffenden Installation heraus. An der Art Unlimited sind spektakuläre Arbeiten dieses Jahr rar. Mehrere Galerien haben jedoch die verdienstvolle Aufgabe übernommen, ältere, kunsthistorisch bedeutende Werke zu zeigen. Zum Beispiel die Sammlung von flachem Abfall von Dieter Roth aus den 1970ern, die er in über 600 Ordnern abgelegt hat. Aktuell geblieben sind auch die gegen den Vietnam-Krieg gerichteten Collagen von Martha Rosler.

Goldener Vorhang

Die bezauberndste Arbeit stammt vom Ghanaer El Anatsui, der kürzlich an der Biennale Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhielt. Er hat aus Aluminiumabfall einen riesigen, golden schimmernden Vorhang geschaffen. Die einzige an der Art Unlimited vertretene Schweizerin ist Pamela Rosenkranz. Die junge Urnerin, die letztes Jahr für die Schweiz an der Biennale in Venedig war, zeigt ein Lavabo, aus dessen Hahn blau gefärbtes Wasser fortströmt – keine wirklich tiefschürfende Arbeit.

Prominent auf dem Basler Münsterplatz ist eine Gruppe von 16 Skulpturen Hans Josephsohns zu sehen. Seine Werke findet man auch in einer Dauerausstellung im Kesselhaus des St. Galler Sitterwerks. Die Bronzen werden im Rahmen des Art Parcours präsentiert, einer kostenlosen Ausstellung ortsspezifischer Werke im öffentlichen Raum Basels.

Bis 19.6. Rahmenprogramm unter www.artbasel.com

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