Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Zur Pic-Premiere kam auch Emil

Zwölf Jahre lang hat Regisseur Thomas Ott Clown Pic mit der Kamera begleitet. Daraus ist ein poetischer Film geworden, zu dessen Premiere auch Emil Steinberger erschien.
Rolf App
Clown Pic wird in einem Film gewürdigt. Emil Steinberger kam zur Premiere. (Bild: Urs Bucher)

Clown Pic wird in einem Film gewürdigt. Emil Steinberger kam zur Premiere. (Bild: Urs Bucher)

Ein Mann mit einem grossen Koffer geht durch den tiefen Schnee. Hinter einem Baum verschwindet er – und taucht erst am übernächsten wieder auf. So, in ländlicher Ruhe und mit einem kleinen Witz, fängt Thomas Otts Dokumentarfilm «Cirque de Pic» an. Zwölf Jahre lang hat der freundlich-wortkarge Regisseur den St. Galler Pantomimen und Clown mit der Kamera verfolgt. Hat Archivmaterial gesichtet. Hat mit der Fotografin Franziska Messner-Rast geredet, mit Emil Steinberger und mit Bernhard Paul, dem Direktor des Circus Roncalli, zu dem Pic mit seinem damaligen Partner Pello 1980 kam. Am Donnerstag stellte Ott im St. Galler Kinok zusammen mit Pic und Emil Steinberger seinen wunderbar ruhigen Film vor.

Mit kleiner Equipe unterwegs zu kleinen Sälen

Wir sehen Pic in der Manege, wie er listig ein Huhn beschützt und seine berühmten Seifenblasen macht. Wir sehen ihn auf der Bühne in rasant wechselnden Masken. Wir erleben ihn jetzt, älter geworden, wie er mit «Komische Knochen» unterwegs ist – Geschichten, die er mit seinen Zeichnungen zusammen als Buch veröffentlich hat und die er jetzt in einer Art Performance lustvoll erzählt. «Rägewätter» zum Beispiel, mit kratziger Stimme vorgetragen in seinem Atelier, ist einer der Höhepunkte des Films über ein Leben, das einerseits kleiner geworden ist. Pic hat Abschied genommen von der grossen Manege und ist «auch aus einer Sehnsucht nach dem Kleinen heraus» mit kleiner Equipe unterwegs zu den kleinen Sälen.

Das Geheimnis der Seifenblasen

Andererseits aber ist seine Welt gross und weit geblieben. Pic zeichnet, Pic malt – was ihn seinem Vater nahebringt, der Kunstmaler war, und über den er im Film wenige, freilich entscheidende Sätze sagt. Aus denen er eine wichtige Erkenntnis zieht: «Die Figur des Clowns überwindet die Trauer über den Zustand der Welt.»

«Die Figur des Clowns überwindet die Trauer über den Zustand der Welt.»

So ist es mit den grossen Clowns: Sie bringen uns zum Lachen, machen das Leben leichter. Aber sie erinnern zugleich daran, wie vergänglich dieses Leben ist. «Ich glaube, darin liegt das Geheimnis meiner Seifenblasennummer», sagt Pic anderntags in seinem Atelier. «Seifenblasen sind da und wieder weg – wie wir selber.» Kein Wunder, hat Pic die grosse blaue Kugel, der er in seiner Seifenblasennummer entsteigt, nicht weggeben wollen für die Knie-Ausstellung im Textilmuseum. «Ich wollte mich nicht so lange von ihr trennen», sagt er. Zumal sie die Aufhängevorrichtung ist für die tägliche Zeitung.

Doch so leicht seine immer grösser werdenden Seifenblasen wirken, so schwer waren sie herzustellen. Spätestens eine halbe Stunde vor seinem Auftritt habe man mit Pic nicht mehr reden können, sagt Bernhard Paul. «Die Luft durfte nicht zu feucht sein und nicht zu trocken», zählt Pic auf. Das Sägemehl musste angefeuchtet werden, und manchmal genügte auch die elektrische Spannung eines Scheinwerfers, um ihn in Schwierigkeiten zu bringen.

Eine neue Trompete ist schon eingetroffen

So glaubt man Pic sofort, dass seine Jahre beim Roncalli und zwei Saisons beim Circus Knie mit insgesamt 6000 Vorstellungen ihm viel gebracht und ihn zugleich erschöpft haben.

«Ich bin froh, dass es diesen Film gibt über einen aussergewöhnlichen Künstler.»

Emil Steinberger, der Pic schon sehr früh nach Luzern eingeladen und zum Roncalli gebracht hat, ist «froh, dass es diesen Film gibt über einen aussergewöhnlichen Künstler». Der in der Ruhe seines Ateliers schon am nächsten Programm arbeitet. Ein Mantel hängt in der Ecke, und auch eine neue Trompete ist eingetroffen. Pic übt jeden Tag auf ihr.

«Cirque de Pic» läuft die nächsten Male morgen Samstag und kommenden Mittwoch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.