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Unter Spekulanten

Hanglage mit Aussicht Der dritte Tatort aus der Innerschweiz ist der bisher überzeugendste. Das liegt nicht nur am hoch- aktuellen Thema.
Rolf App
Kommissar Flückiger und die Leiche. (Bild: srf)

Kommissar Flückiger und die Leiche. (Bild: srf)

Die Wissifluh ist ein ausgesprochen schöner Flecken Schweizer Erde. Der Vierwaldstättersee liegt ihr malerisch zu Füssen, spektakulär präsentiert sich die hehre Bergwelt. Hier betreibt Claudia Arnold (Sarah Sophia Meyer) eine kleine Wirtschaft, ihr Vater Rolf (Peter Freiburghaus) führt den kleinen Hof.

Ein Toter bei der Seilbahn

Die Geschäfte gehen nicht gut, man spürt das schon in der ersten Szene, die an einem 1. August spielt. Da holt sich ein reicher Luzerner namens Benjamin Gross (Edouard Stöckli) nach einem Streit mit Arnold eine blutige Nase, später liegt er tot bei der Talstation der etwas maroden Drahtseilbahn.

Wer hat ihn umgebracht? Erster Verdächtiger ist der für seine Raufhändel polizeibekannte Rolf Arnold, der den von seiner Tochter und Benjamin Gross gemeinsam betriebenen sanften Ausbau vehement ablehnt. Der zuständige Regierungsrat Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu) setzt sich aber derart vehement für seine Verhaftung ein, dass es Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) verdächtig vorkommen muss. Mattmann war an jenem 1. August selber als Festredner auf der Wissifluh, was also geht da vor?

Immer mehr Verdächtige

Je tiefer Flückiger gräbt, umso zahlreicher werden die Verdächtigen. Da ist die Volksmusik-Queen Maria Imbach – die passende Rolle für die Sängerin Maja Brunner –, die mit Benjamin Gross verheiratet war und ihn beerben wird – obwohl er sich von ihr hatte scheiden lassen wollen. Da ist der Koch Heiko Sievers (Gabor Biedermann), Claudia Arnolds Ex-Geliebter, der sich dem Polizeiverhör durch spektakuläre Flucht entzieht. Da ist Louis Kälin (Imanuel Humm), Geschäftspartner des Verstorbenen und als Anwalt in allerlei dubiose Geschäfte verstrickt. Da ist schliesslich der Bankmitarbeiter Jonas Bättig (Aaron Hitz), dessen kleine Regionalbank sich als Schaltstelle für dunkle Geschäfte entpuppt.

Wellness-Resort statt Bergbeiz

Unauffällig legen der Drehbuchautor Felix Benesch und die Regisseurin Sabine Boss die Fährten aus, beinahe unmerklich lenken sie den Blick des Ermittlers und auch der Fernsehzuschauer auf das Thema, das im Hintergrund steht. Es geht um Bodenspekulation. Die Wissifluh ist derart schön gelegen: Warum nicht hier ein Wellness-Resort bauen? Natürlich muss man dazu den Zonenplan ändern und den störrischen Rolf Arnold zum Unterschreiben bringen.

Gute Besetzung

Nach «Wunschdenken» und «Skalpell» ist dies der dritte «Tatort» aus der Innerschweiz – und der mit Abstand überzeugendste. Das erreicht Sabine Boss zum einen mit einem klug aufgebauten Spannungsbogen und Figuren, die in sich eine gewisse Glaubwürdigkeit besitzen. Zum andern aber – und das ist weit wichtiger – überlädt sie den Film nicht mit politischem Stoff. Man erfährt genau so viel, wie man erfahren muss, um der Handlung folgen zu können.

Die Rollen sind über weite Strecken optimal besetzt. Stefan Gubser wächst immer stärker in seine Kommissaren-Identität hinein, Jean-Pierre Cornu kann den schlitzohrigen Regierungsrat so überzeugend verkörpern wie Peter Freiburghaus den tobsüchtigen Bergbauern.

SF 1 Tatort: Hanglage mit Aussicht Sonntag 20.05 Uhr

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