Unruhe im Schloss

Martin Suter hat mit Der Teufel von Mailand ein beklemmendes Drama geschrieben, das nun in einer Fernsehverfilmung Premiere hat.

Rolf App
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Bedroht: Sonia (Regula Grauwiller) und Bob (Max Simonischek) (Bild: srf/Daniel Ammann)

Bedroht: Sonia (Regula Grauwiller) und Bob (Max Simonischek) (Bild: srf/Daniel Ammann)

In Zuoz ist der Film gedreht worden. Hier erhebt sich, wie eine Burg, das Hotel Castell über dem Dorf. In einer Landschaft, die in ihrer abweisenden Schönheit auch diese Verfilmung des Romans von Martin Suter mitprägt.

Die Angst der Verfolgten

«Der Teufel von Mailand» handelt von der jungen Sonia (gespielt von Regula Grauwiller), die dringend weg muss aus der Stadt. Ihr Mann hat sie misshandelt und am Ende sogar versucht, sie zu erschiessen – und ist unter tätiger Mithilfe seiner einflussreichen Mutter (Elisabeth Trissenaar) in der Psychiatrie gelandet und nicht im Gefängnis. Was der Mutter allerdings nicht genug ist. Sie will ihren Sohn freibekommen, dazu braucht sie Sonias Unterschrift. Die aber widersetzt sich.

Ist diese Bedrohung real? Oder ist sie mehr Einbildung? Diese Frage zieht sich durch den Film, beantwortet wird sie erst zum Ende hin, wenn alles eskaliert. Da ist Sonia allerdings schon in den Bergen, wo sie im bereits erwähnten «Castell» eine Stelle als Physiotherapeutin gefunden hat.

Kein normales Hotel

Allerdings ist auch dies kein normales Hotel. Die reiche Deutsche Barbara Peters (Ina Weisse) hat es gekauft und damit das ganze Dorf gegen sich aufgebracht. Seltsames geschieht. Noch im Zug erzählt eine Dorfbewohnerin (Suly Röthlisberger) jene Sage, die Buch und Film seinen Titel gibt.

Nun scheinen sich, Schritt um Schritt, die düsteren Prophezeiungen der Sage zu wiederholen, während das Hotelpersonal versucht, den Normalbetrieb des Hotels ungestört aufrechtzuerhalten. Zwischen Sonia und dem Barpianisten Bob (Max Simonischek) bahnt sich eine Liebesbeziehung an, aber sie weiss nie so recht, wem sie trauen kann oder nicht. Einer der harmlosesten im stark verunsicherten und vom Dorf angefeindeten Personal, ihr Physiotherapeuten-Kollege Manuel (Aaron Hitz), zeigt gegen Ende hin die dunkle Seite seines Charakters.

Es sind die Figuren und ihre Darsteller, die den Film tragen. Zusammen mit der Landschaft, die auch im Sonnenlicht etwas Beklemmendes, Bedrohliches nie ganz verliert. Und, wenn man an das Dorf denkt mit seinen schmalen Gassen, auch nie jene Enge, in der sich das Drama entfaltet.

Geschickt in Szene gesetzt

Dieses Drama hat Markus Welter geschickt in Szene gesetzt. Der Drehbuchautor Thomas Berger hat jenen Spannungsbogen entworfen, den die Schauspieler nun mit Leben füllen.

SF 1 Der Teufel von Mailand Morgen Sonntag 20.05 Uhr