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Und es ward Klang

Der Thurgauer Weltmusiker Heinz Lieb greift nach den Sternen. Sein neues Programm «Cosmic Watch» ist eine intime Fortsetzung von «Impronte» an den St. Galler Festspielen 2013.
Dieter Langhart
Heinz Lieb trommelt, Sandra Klimek tanzt in Liebs neuer Performance «Cosmic Watch». (Bild: Donato Caspari)

Heinz Lieb trommelt, Sandra Klimek tanzt in Liebs neuer Performance «Cosmic Watch». (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Im Anfang war das Wort, sagt Johannes. Im Anfang war die Dunkelheit, sagt Heinz Lieb. Aus der Dunkelheit wird die Zeit, entsteht der Kosmos, und in der Mitte dieses Kosmos stehen die «Cosmic Drums». Aus ihnen entsteigen ein Mann und zwei Frauen, und sie werden trommeln und tanzen. Wortlos.

Der Mann heisst Heinz Lieb, Emma Skyllbäck und Sandra Klimek heissen die Frauen. Sonntagabend, Premiere von «Cosmic Watch» im Eisenwerk. Tags zuvor war Vorpremiere in Kreuzlingen: da, wo Heinz Lieb einst zu trommeln begonnen hatte.

Wie nach dem Urknall

Der Weltmusiker hat vor zwei Jahren den St. Galler Festspielen «Impronte» geschenkt, eine Performance aus Bewegung, Rhythmus und Klang. Da trommelte Lieb nicht nur, da machte er die Tanzkompagnie zu einem Klangkörper. Für seine neue Produktion hat er mit Skyllbäck und Klimek zwei der Ensemblemitglieder engagiert, und «Cosmic Watch» wirkt intimer, überblickbar wie der Kosmos kurze Zeit nach dem Urknall.

«Cosmic Watch» beginnt auch nicht mit einem Knall, sondern mit zarten, von Frauenhand geschlagenen Tönen. Dann aber legt Heinz Lieb los. Er sitzt an den «Cosmic Drums», sitzt in ihnen, in einer fast raumhohen Skulptur, deren Stahlrohre an Planetenbahnen gemahnen und die von einer fahlen Sonne überragt wird.

Rhythmus als Choreographie

Wie die Räder in einem kosmischen Uhrwerk wirken die Paiste-Becken und E-Drums, und wenn Heinz Lieb sie anschlägt, scheint er die asynchronen Bewegungen der Himmelskörper aufzugreifen. Ein knappes Dutzend Stücke umfasst das genau einstündige Programm. Nein, nicht Stücke, vielmehr komplexe Klang- und Rhythmus-Choreographien, in denen Lieb seine Kunstfertigkeit über Lorenzo Bruscis sphärischem Soundteppich ausbreitet.

Emma Skyllbäck und Sandra Klimek sind nicht Adam und Eva, sind auch nicht «lebende Uhren», als die Liebs Projekt sie bezeichnet. Sie tanzen für sich oder rollen am Boden übereinander oder springen zwischen die Planetenbahnen (Choreographie Michaël d'Auzon). Und immer wieder schlagen sie auf die grossen Trommeln und Heinz Lieb antwortet. Kodo sechshändig.

Stupende Sicherheit

Bildet «Cosmic Watch» eine Einheit, einen Kosmos in sich? Klanglich ja: Heinz Liebs stupende Rhythmussicherheit und die Klangvielfalt sind ein Genuss. Der Tanz jedoch und die dünnen Videoprojektionen bleiben streckenweise Beiwerk.

• Di, 1.12., 19.30 Uhr, Pentorama Amriswil • So, 6.12., 19 und 21 Uhr, Lokremise St. Gallen

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