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«Und das kam so»

Von Streich zu Streich eilen Eugen und seine Freunde im neuen Musical von Roman Riklin und Dominik Flaschka. «Mein Name ist Eugen» unterhält in hohem Tempo – ohne Frauenstimmen.
Bruno Knellwolf
«Und das kam so», schreibt Eugen in sein Schulheft, beäugt von seinen Freunden und den Erwachsenen mit hässlicher Fratze. (Bild: pd/Christian Knecht)

«Und das kam so», schreibt Eugen in sein Schulheft, beäugt von seinen Freunden und den Erwachsenen mit hässlicher Fratze. (Bild: pd/Christian Knecht)

Für Eugen müsste man heute fürchten, dass sein Verhalten eine ADHS-Diagnose auslösen und der 13-Jährige mit Ritalin versehen würde. Doch im Buchklassiker «Mein Name ist Eugen» des Berner Pfarrers und Gemeindepolitikers Klaus Schädelin tollt Eugen noch unbeschwert von Therapeuten mit seinen drei Freunden von Abenteuer zu Abenteuer.

Seit der Premiere am Samstag nun auch im Musical der Ostschweizer Roman Riklin und Dominik Flaschka in der Zürcher Maag-Halle. Dort steht die Bande permanent unter Strafandrohung und der Gefahr handfester Bussen – aber doch immer wieder so frei, dem einen Unfug einen nächsten anzuhängen. So erzählt uns der Knabe im Deutsch eines Schulaufsatzes die Geschichte seiner Jugend in den 1950er-Jahren und schweift immer wieder ab, wenn ihn das Schicksal wieder in eine unerwünschte Situation gebracht hat: «Und das kam so», sagt Eugen dann, und erzählt, warum es im Keller der Tante zu einer Mäuseplage gekommen ist oder sich aus dem Estrich ein Wasserfall in die unteren Stockwerke ergossen hat.

Pfadilager im Tessin

Viel Ungemach also im Berner Altstadtquartier. Doch trotz der Drohung einer Internats-Einweisung oder der Streichung der Pfadilager-Teilnahme ist auch die Südschweiz bald nicht mehr sicher vor den Streichen der vier vorpubertierenden Knaben. Denn genau dorthin führt das besagte Pfadilager.

Dort bekommt auch der Pfadileiter die Bande mit dem frechen Eugen, dem vorwitzigen Wrigley, dem korpulenten Eduard und dem scheuen, gewissenhaften Bäschteli nicht in den Griff. Die vier nehmen Reissaus, fahren mit dem Velo über den Gotthard, um Fritzli Bühler zu finden, den inzwischen erwachsen gewordenen «König der Lausbuben». Dieser wohnt allerdings nicht mehr in Bern, sondern in Zürich.

Finale in Zürich

Zur Freude des Publikums kommt es somit am Spielort des Musicals nach einer wilden Verfolgungsjagd zum Finale. Fritzli Bühler zeigt den Vieren, wie man es vermeidet, ein freudloser Erwachsener zu werden. Denn Erwachsensein ist etwas Schlimmes – das stellen die St. Galler Musical-Macher mit einem besonderen Einfall dar: Alle Erwachsenen sprechen über eine hässliche Puppe, die sie in der Hand halten und mit der sie die Buben schreiend zur Raison bringen wollen.

In hohem Tempo wird auf der Bühne von Streich zu Streich geeilt, so schnell, dass die Stimmen der Hauptdarsteller stark gefordert werden. Am besten schafft das Delio Malär als Wrigley, der Gesang und schweisstreibendes Spiel zur Einheit bringt. Schön sind die Erzählteile von Jan Simon Messerli als Eugen, passend besetzt die Rollen von Sebastian Muri als Eduard und Remo Traber als Bäschteli.

Überzeugend ist das wechselnde, nostalgische Bühnenbild, bei dem der Statiker gefragt war. Zum Beispiel, wenn ein Schiff mit den Buben drin frei am Himmel hängt. In der spassigen Vorführung in ironischem Unterton bleibt die Frage offen, ob das nun ein Erwachsenen- oder doch eher ein Kindermusical ist. Und ungewöhnlich für ein Musical ist, dass Frauenstimmen keine Rolle spielen: Aufgrund des Buchklassikers eine nur schwer zu ändernde Vorgabe. Fehlende Frauenstimmen hin oder her, das frisch-freche Musical unterhält, egal ob man zu den bösen Erwachsenen oder den unverstandenen Teenagern gehört.

Musical «Mein Name ist Eugen» von Roman Riklin und Dominik Flaschka, Maag-Halle Zürich, bis 15. Mai. www.eugen-musical.ch

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