Unberechenbar und unaufgeregt

Ein Geheimtip sind sie längst nicht mehr. Radiohead haben mehr als 30 Millionen Alben verkauft. Allerdings hört man ihnen den Erfolg nicht an – und das ist das Erstaunliche an dieser Band. Auch nach über 30 Jahren sind die Engländer unabhängig wie zu Beginn ihrer Karriere.

Roger Berhalter
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Nur Schnipsel bleiben übrig: Radiohead-Sänger Thom Yorke. (Bild: epa/Marta Perez)

Nur Schnipsel bleiben übrig: Radiohead-Sänger Thom Yorke. (Bild: epa/Marta Perez)

Ein Geheimtip sind sie längst nicht mehr. Radiohead haben mehr als 30 Millionen Alben verkauft. Allerdings hört man ihnen den Erfolg nicht an – und das ist das Erstaunliche an dieser Band. Auch nach über 30 Jahren sind die Engländer unabhängig wie zu Beginn ihrer Karriere. Kein Produzent schleift ihre Lieder radiotauglich, überhaupt scheinen ihnen alle Usanzen der Branche egal zu sein. Das übliche Strophe-Refrain-Schema haben sie längst verworfen, ihre Lieder sind unberechenbar, und von Thom Yorkes Gesang bleibt oft nicht viel mehr übrig als verzerrte Schnipsel. Solch sperrige Musik würde man in kleinen Clubs erwarten – aber sicher nicht zur besten Zeit auf der grössten Bühne des St. Galler OpenAir. Radiohead sind denn auch der Grund dafür, weshalb sich in diesem Jahr alle einig sind, sowohl Musikkritiker als auch Publikum: tolles OpenAir-Programm! Dazu passt der Auftritt von Caribou, der vor Radiohead die Sitterbühne betritt. Vor sechs Jahren brachte der introvertierte Kanadier mit seinem Song «Odessa» Indie- und Electro-Liebhaber zusammen. Jetzt versprechen er und Radiohead den unaufgeregtesten OpenAir-Samstag seit langem.

Caribou: Sitterbühne, 2.7., 20.45 Uhr/Radiohead: Sitterbühne, 2.7., 22.45 Uhr