Über die Musik hinaus verbunden

Schlagzeuger Mick Fleetwood (66) geht zum 35-Jahr-Jubiläum des Pop-Albums «Rumours» mit seiner Band wieder auf Tour. Fleetwood Mac treten am Sonntag im Zürcher Hallenstadion auf.

Reinhold Hönle
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Mick Fleetwood, Sie gelten als die Integrationsfigur, die Fleetwood Mac seit 1967 zusammengehalten oder wieder zusammengebracht hat. Wie schwierig war es, die Band für diese Tour zu begeistern?

Mick Fleetwood: Es war relativ einfach, da wir das gemeinsam geplant hatten. Allerdings ist Stevie Nicks Solo-Tour noch besser gelaufen als erwartet, weshalb sich unser Tourstart um ein Jahr verzögerte. Im Nachhinein ein Glücksfall, da jeder diese freie Zeit gerne genutzt hat. Lindsey Buckingham machte die Solo-Tour, die er immer mal machen wollte, John McVie eine One-Man-Show, und ich habe auf Hawaii ein Restaurant eröffnet.

Wie hat das Publikum bisher auf «Rumours» reloaded reagiert?

Fleetwood: Mit dieser Tour sind wir sehr erfolgreich, von der Resonanz her wie von den Besucherzahlen. In der Geschichte von Fleetwood Mac hat es durchaus schwierige Zeiten gegeben, in denen ich planen, lenken und intrigieren musste, damit am Ende alle wieder am gleichen Strick gezogen haben – sogar ziemlich oft. Diesmal nicht.

«Rumours» ist in einer schwierigen Situation entstanden. Können Sie erklären, weshalb das Album trotzdem so schön geworden ist?

Fleetwood: All der Schmerz und das Theater in dieser Zeit hatten definitiv einen starken Einfluss auf den emotionalen Inhalt der Songs auf dieser Platte. Wir haben damals offen über unsere Emotionen gesprochen. Wenn wir nun auftreten, ist sich das Publikum bewusst, welchen Weg wir gemeinsam gegangen sind. Ich glaube, die Leute fühlen sich dadurch über die Musik hinaus mit uns verbunden, fast als Teil dieser Band.

Hat sich die Art verändert, in der Sie Ihre Konzerte erleben?

Fleetwood: Wenn du nicht mehr 20 oder 30 bist, sondern in den 60ern, nimmst du auf der Bühne ganz anders wahr, wie viel Energie uns die Leute für unsere Leidenschaft und Kreativität zurückgeben. Es ist eine mächtige, herzliche Schwingung.

Gibt es Songs, die Sie für diese Tour auf neue Art arrangiert haben?

Fleetwood: Wir halten uns stark ans Album. Manche Songs klingen erst jetzt, dank der modernen Technik und weil wir einen zusätzlichen Gitarristen engagiert haben, live wie auf der Platte. Das hängt mit den vielen Overdubs zusammen, die Lindsey im Studio spielte. Oft war er dort Leadgitarrist, Rhythmusgitarrist und Melodieträger in einer Person. Aber nun bekommen wir den Sound wirklich hin. Und wir spielen zudem acht oder neun Songs, von denen wir wissen, dass sie das Publikum einfach erwartet.

Live: So, 13.10., Hallenstadion Zürich; www.ticketcorner.ch

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