Über das Aus- und Einschliessen

«Broken Land» von Stéphanie Barbey und Luc Peter schildert eindrücklich das Leben jener Menschen, die auf der nördlichen Seite des hohen Zauns leben, den die USA entlang ihrer Grenze zu Mexiko gezogen haben.

Andreas Stock
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Ein Zaun, der die Landschaft und die Menschen verändert. (Bild: pd/Xenix)

Ein Zaun, der die Landschaft und die Menschen verändert. (Bild: pd/Xenix)

Es gibt jene hinter und jene vor dem Zaun. Und manchmal ist in diesem Film nicht so klar, ob jene vor dem Zaun die glücklicheren Menschen sind als jene hinter dem Zaun.

Das Westschweizer Regieduo Stéphanie Barbey und Luc Peter hat sich nach Arizona begeben, um dort das Leben im Schatten des 3200 Kilometer langen Zauns entlang der amerikanisch-mexikanischen Grenze zu dokumentieren. Mit spektakulären Aufnahmen, die Peter Mettler neben seiner künstlerischen Unterstützung beisteuerte, und begleitet von einer Tonspur von Franz Treichler (The Young Gods), ist «Broken Land» ein beklemmender Dokumentarfilm über eines der zentralen Probleme der Gegenwart: das Aus- und Einschliessen. Die Furcht vor den Migranten, die ins «eigene Land» kommen wollen, auf der Suche nach Arbeit und einer Existenz.

Der Zaun, diese brutale, gewaltsame Narbe, die sich scheinbar unendlich durch die Landschaft zieht, sie ist ein ungemein starkes Bild in diesem eindrücklichen Film. Und eine Metapher dafür, wie sich hier eine Gesellschaft definiert. Die Angst und Paranoia manifestiert sich bei einigen der porträtierten Menschen in Abschottung, Überwachung und einer hochgerüsteten Bürgerwehr. Aber es gibt auch die Stimme eines Ranchers, der sich nach der Verbundenheit zu den Mexikanern zurücksehnt, die Nachteile des trennenden Grenzzauns benennt. Er steht dafür, wie hier die Grenze nicht nur die Landschaft, sondern die Menschen verändert und prägt.

Jetzt im Kinok, Lokremise, St. Gallen; Cinema Luna und weitere Kinos in der Region folgen.