«Tÿpo» geht in die zweite Runde

Er war ein grosser Erfolg gewesen, der erste «Tÿpo»-Kongress vor zwei Jahren. Nun wird das dreitägige Symposium zum zweitenmal stattfinden. Vom 20. bis 22. September an der Schule für Gestaltung St. Gallen.

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Schriften und Setzungen: Schaukasten an der «Tÿpo» 2011. (Bild: pd)

Schriften und Setzungen: Schaukasten an der «Tÿpo» 2011. (Bild: pd)

Nachdem es vor zwei Jahren um die Frage ging, ob es eine Schweizer Typographie noch gebe und was an ihr typisch sei, wird sich der diesjährige Kongress dem Weissraum widmen. Wiederum wird es während dreier Tage zahlreiche spannende Fachreferate geben.

Unter den Gästen sind unter anderen Namen wie Anna Rüegg, Dozentin für Kunstgeschichte und Bildwissenschaft; die aus Tschechien stammende Schriftdesignerin Veronika Burian; der Brite John Boardly, Fachautor und Herausgeber von Codex Magazin und Blogger, aufgeführt. Aus Österreich wird Kurt Höretzeder anreisen. Er ist Philosoph und Gestalter von Erscheinungsbildern, Büchern und Weinetiketten sowie Gründer und Geschäftsführer des Forums Weissraum in Innsbruck. Auch hiesige Koryphäen wie der typographische Gestalter, Schriftdesigner und Mitinhaber des Büros TGG, Roland Stieger; der Kulturvermittler und Poetry-Slammer Richi Küttel; Manuel Stahlberger Künstler, Komiker, Kabarettist, Zeichner, Illustrator, Musiker, und natürlich der berühmteste aller Typographen, Jost Hochuli, werden dabei sein.

Die Lungen guten Designs

In der Typographie spielt der Weissraum eine entscheidende Rolle, denn dieser bestimmt über die unbedruckte Fläche einer Seite. Das richtige Mass an Leerraum sorgt für gute Lesbarkeit und sichtbare Ordnung, wodurch die Gestaltung erst ihre ästhetische Wirkung entfaltet. Der Schweizer Typograph Jan Tschichold nannte den Weissraum beispielsweise «die Lungen eines guten Designs» und zeigte damit unmissverständlich die Wichtigkeit dieser Leere auf.

Wechselwirkung

«Die typographischen Zeichen, auf weisses Papier gedruckt, fassen, aktivieren und regulieren Licht; sie sind nur zusammen mit dem Unbedruckten erfassbar. Der aufgedruckte Wert bewirkt seinen Gegenwert, der die Gesamtform mitbestimmt.

Das Unbedruckte ist nicht eine undefinierte Leere, sondern Element des Bedruckten», schrieb Emil Ruder. Der 1970 Verstorbene gilt als einer der einflussreichsten Lehrer der Typographie des 20. Jahrhunderts. (pd/bsg)

Tickets ab sofort online erhältlich unter www.typo-stgallen.ch/tickets

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