Traurige Reiter, junge Talente

Für einmal besucht Chris Wicky St. Gallen nicht mit seiner Band Favez, sondern mit dem Soloprojekt The Sad Riders. Mit dabei heute abend im Palace Heidi Happy und Anna Aaron.

Rafaël Zeier
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Musiker Chris Wicky. (Bild: pd)

Musiker Chris Wicky. (Bild: pd)

Wer in der Ostschweiz wenigstens gelegentlich Konzerte besucht, hat mit ziemlicher Sicherheit schon einmal ein Konzert von Favez gesehen oder wenigstens davon gehört. Denn zum einen sind die Lausanner häufig in hiesigen Landen unterwegs, und zum anderen kriegen sie es irgendwie hin, dass sich ihre Konzerte überdurchschnittlich lang im kollektiven Bewusstsein halten.

Vielleicht liegt es an ihren Live-Qualitäten oder daran, dass sich bei Favez immer wieder kleine magische Momente in ihre Konzerte schleichen, oder daran, dass sie einfach grundsympathische Typen sind.

Songs, die nicht zu Favez passen

Unvergessen etwa, wie Sänger Chris Wicky und seine Mannen am Lieder- und Kulturfestival in Trogen 2005 vor ihrem Auftritt in einer Seelenruhe auf einem schäbigen Sofa Bücher lasen und warteten, während ein orkanartiges Gewitter das Backstage-Zelt abzureissen drohte und der Boden schon knöcheltief unter Wasser stand.

Andere Musiker wären da schon längst wieder abgereist.

Ob Wicky auch ohne seine angestammte Band diese magischen Momente hinbekommt, wird sich heute abend zeigen, wenn er mit seinem Soloprojekt The Sad Riders im Palace zu Gast ist. Die Idee hinter The Sad Riders sei es gewesen, Songs zu veröffentlichen, die nicht zu Favez passten, und davon scheint es reichlich zu geben.

Wie sonst ist es zu erklären, dass im Februar mit «In The End We Always Win» bereits das zweite Sad-Riders-Album erschienen ist. In den Reigen aus heiteren Countrysongs und tragischen Americana-Balladen mischen sich aber auch vereinzelte Rocksongs, die man sich genauso gut als Favez-Songs hätte vorstellen können.

Überraschungsgast Heidi Happy

Nebst zahlreicher Prominenz der Schweizer und vor allem der Lausanner Musikszene wird Wicky auf dem neuen Album

auch von der so talentierten wie unsäglich benannten Luzerner Songwriterin Heidi Happy unterstützt. Und just dieses Jungtalent hat sich für heute als Überraschungsgast angekündigt. Bleibt zu hoffen, dass sie Wicky, nicht wie auf dem Album, nur bei einem Song begleitet.

Anna Aaron am Flügel

Aber Heidi Happy ist nicht das einzige Jungtalent, das im Schlepptau der Sad Riders ins Palace nach St. Gallen kommt.

Ebenfalls mit von der Partie und unbedingt zu erwähnen ist Anna Aaron aus Basel, die am Palace-Flügel das Vorprogramm bestreiten wird. Aaron hat das Zeug dazu, die nächste Soap & Skin zu werden, und wenn's damit nicht klappt, dann wenigstens die nächste Sophie Hunger, die eine bekennende Förderin der talentierten Basler Singer/Songwriterin ist.

Heute Sa, Palace St. Gallen, 22 Uhr (Tür 21 Uhr)

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