Tradition und Moderne

DVD STUDIO GHIBLI

Andreas Stock
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Bild: Andreas Stock

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DVD STUDIO GHIBLI

Spätestens seit dem Kinoerfolg von «Chihiros Reise ins Zauberland» wurden das japanische Animationsfilmstudio Ghibli und die Werke ihres Meisters Hayao Miyazaki auch einem grösseren westlichen Publikum bekannt. Eine wahre Freude ist die wachsende Zahl an sorgfältigen Veröffentlichungen, die Universum Film als «Studio Ghibli Blu-Ray Collection» seit einiger Zeit schon in den Handel bringt. 17 Ghibli-Produktionen gibt es davon bereits. Darunter natürlich auch die beiden bekanntesten, «Chihiro» und «Prinzessin Mononoke». Die schön gestaltete Edition bietet als Bonus oft Storyboards zum kompletten Film, Interviews und Hintergrundberichte, die japanische Originalversion mit Untertiteln sowie die deutsche Synchronfassung.

Hierzulande nicht ins Kino kam «Der Mohnblumenberg», dessen Drehbuch von Hayao Miyazaki auf einer Manga-Vorlage beruht; Regie führte sein Sohn Goro Miyazaki. Die nostalgische Geschichte spielt im Yokohama von 1963. Im Zentrum steht die 17jährige Schülerin Umi, deren Alltag atmosphärisch eingefangen wird. In sorgfältig und detailreichen Illustrationen wird von einer Nachkriegsgeneration erzählt, die mit Verlusten und Trauer umgehen, und gleichzeitig ihren Weg zwischen Tradition und Moderne suchen muss.

Der Mohnblumenberg (Japan 2011), R: Goro Miyazaki; Universum

Traumhafte Fliegerei

«The Wind Rises», so der internationale Verleihtitel, wurde als Hayao Miyazakis letztes Werk angekündigt. Erzählt wird die Lebensgeschichte von Jiro Horikoshi, der schon als Bub vom Fliegen träumt. Weil ihm wegen Kurzsichtigkeit der Pilotenberuf verwehrt ist, wird er Flugzeugkonstrukteur. Jiro Horikoshi ist historisch keine unbestrittene Person; er hatte für die Rüstungsindustrie die Kamikaze-Bomber konstruiert. Miyazaki lässt das nicht unerwähnt, zeigt aber, wie sehr der junge, sensible Mann dabei um seine Integrität ringt. Denn für ihn sollte die Fliegerei, genauso wie für sein grosses Vorbild, den italienischen Ingenieur Caproni, nicht für Kriege missbraucht werden. Miyazaki inszeniert das mit grosser Ernsthaftigkeit und wunderschönen Bildern, ergänzt mit einer bittersüssen Liebesgeschichte.

Wie der Wind sich hebt (Japan 2013), R: Hayao Miyazaki; Universum Film

Bild: Andreas Stock

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