Tosca und Don Camillo am Theater St.Gallen

ST.GALLEN. In der nächsten Spielzeit kündigen Konzert und Theater St.Gallen 24 Premieren an. Gezeigt werden daneben auch bekannte Opern wie «Eugen Onegin», «Tosca» und «Macbeth». Eine St.Galler Autorin erhält den Auftrag für ein Stück, Spezialprogramme wie das Filmmusikkonzert werden fortgesetzt.

Drucken
Teilen
Konzert und Theater St.Gallen kündigen 24 Premieren an. (Bild: Michel Canonica)

Konzert und Theater St.Gallen kündigen 24 Premieren an. (Bild: Michel Canonica)

Vor der Präsentation der neuen Spielzeit wurden am Dienstag im Foyer des Theaters positive und andere Zahlen vorgestellt: Die Auslastungen in der Sparte Theater von 78 Prozent und bei den Konzerten von 85 Prozent zeigten «den erneut deutlichen Anstieg bei den Besucherzahlen», informierte Werner Signer, geschäftsführender Direktor von Konzert und Theater St.Gallen.

Die 4,1 Millionen Franken, die insgesamt eingespart werden müssen, belegen andererseits, wie das Entlastungspaket des St.Galler Kantonsrats auch die Kultur trifft. Die finanzielle Situation werde auch in der nächsten Spielzeit ihre Spuren hinterlassen, sagte Signer.

Spuren in der Bilanz
Bei der Vorstellung des Programms wurde allerdings klar, dass sich diese Spuren vielleicht in der Bilanz niederschlagen werden − aber weniger im Programm, dessen Vielfalt nicht angetastet wurde.

Quer durch alle Sparten zieht sich zu Beginn der Spielzeit das Thema Russland. Das Sinfonieorchester führt etwa Werke von Tschaikowsky, Schostakowitsch, Rachmaninow oder Mussorgsky auf.

Das Programm «Oeuvres Suisses» wird fortgesetzt. Nach Alphons Karl Zwicker ist Paul Giger der zweite Komponist aus der Region, der einen Auftrag für ein neues Werk erhalten hat.

«Ohren auf!»
Eine Besonderheit ist das Programm von «Ohren auf!». Drei Werke aus der Reihe «Oeuvres Suisses» werden aufgeführt − und mit dem Publikum diskutiert. «Wir wollen wissen, ob die Zuhörer die Musik schön finden und falls nicht, wieso nicht», erklärte Konzertdirektor Florian Scheiber.

Die kommende wird die letzte Spielzeit von Schauspieldirektor Tim Kramer sein. Er wird unter anderem «Das weite Land» von Arthur Schnitzler selber inszenieren. Ins Programm aufgenommen wurde «Andorra» von Max Frisch. Das Stück werde mit den Entwicklungen der letzten zehn Jahre in der Schweiz aktualisiert, kündigte Kramer an. «Diejenigen, die gegen Andersartige Populismus betreiben, sind diejenigen, die am meisten davon profitieren», stellte er fest.

Späte Folgen der Stickereikrise
Geplant ist eine Uraufführung der St.Galler Autorin Rebecca C. Schnyder. «Ein kleines dreckiges Stück», nannte es Kramer. Es gehe um die These, dass die in St.Gallen festzustellende Mentalität der «Hasenfüssigkeit, dieses den Fuss auf der Bremse halten» mit dem Untergang der Stickereiindustrie zu tun haben könnte.

Die Sparte Tanz nimmt ebenfalls das Thema Russland auf. Etwa mit «Nüwürüsütät» nach Gedichten von Daniil Charms mit der Musik von Bohuslav Martinu. Bisher noch keine Umsetzung für den Tanz gebe es für Franz Wedekinds «Frühlings Erwachen», erklärte Tanzchefin Beate Vollack. In St. Gallen wird sie zu sehen sein.

«Italo-Pop vom Feinsten»
In der Sparte Musiktheater wird unter anderem «Macbeth» gezeigt, «das finsterste Stück, das Verdi geschrieben hat», so Operndirektor Peter Heilker. Im Dezember startet das klassische Musical «West Side Story». Aufgeführt werden weiter Opern wie «Tosca», in der Diktion von Heilker ein «shabby little shocker».
Zum Programm gehört auch ein Galakonzert mit der Sopranistin Edita Gruberova am 29. Oktober 2015. Das neue Musical heisst «Don Camillo und Peppone», Premiere ist am 30. April 2016. Die Musik von Dario Farina sei «Italo-Pop San Remo» vom Feinsten, versprach Heilker. (sda)

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 6. Mai.

Aktuelle Nachrichten