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Tim Macbeth erzählt

LESBAR AB 13
Bettina Kugler
LaBan_25082_MR1.indd (Bild: Bettina Kugler)

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LESBAR AB 13

Ein Hauch von «Dead Poets Society» durchzieht den Débutroman der Amerikanerin Elizabeth LaBan. Wie Peter Weirs Filmdrama aus dem Jahr 1989 spielt ihre Geschichte in einem Highschool-Internat an der Ostküste, einer Schule mit langer Tradition und entsprechend vielen Regeln und Ritualen. Eines davon, der «Schatz» im Zimmer, den der Bewohner des vorigen Jahrgangs seinem Nachfolger hinterlässt, ist Ausgangspunkt und Erzählmedium des raffiniert gebauten Liebesromans – einer tragischen Dreiecksgeschichte, die tief in die Welt Shakespeares und der antiken Tragödie eintaucht. Duncan, Schüler der Abschlussklasse, findet im Schrank ein paar CDs, auf der ihm der ältere Tim die Hintergründe jener tragischen Ereignisse erzählt, deren Ausgang Duncan selbst miterlebt hat. Die Leserin freilich wird bis zum Schluss auf die Folter gespannt und muss sich, angewiesen auf Duncans Ausdauer, gedulden, bis dieser die Aufnahme ganz gehört hat (und zwischendurch seine eigenen Problemchen geregelt bekommt). Eine fesselnde Lektion zum Thema «klassische Tragödie».

Elizabeth LaBan: So wüst und schön sah ich noch keinen Tag, Hanser 2016, 288 S., Fr. 22.90

1000 Sorten Mädchen

Und noch ein Tonbandroman: Jungen Männern, die Grosses auf dem Herzen haben, liegt das Aufnahmegerät offenbar näher als Stift und Papier. Kos jedenfalls ist froh über das uralte Tonband, auf dem er seine seltsamen Gefühle und die turbulenten Ereignisse in seiner Familie loswerden kann. Das netteste aller Mädchen hört sich das später an und kommentiert da und dort. Kos ist 13, talentierter Fussballer (die Scouts von Ajax Amsterdam haben ein Auge auf ihn) und leidet unter drei nervtötenden Schwestern, mutter- und vaterseelenallein: die Mutter ist an Krebs gestorben, der Vater hat eben einen Herzinfarkt knapp überlebt; ihr Hotel steht vor dem Konkurs. Zu allem Überfluss ist Kos verliebt in Isabel, aber nicht so sicher, wie das überhaupt geht. Was ihn und seinen Tonfall enorm sympathisch macht. Wer sich zu cool für solche Bücher fühlt, ist selber schuld.

Sjoerd Kuyper: Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling, Gabriel 2015, 250 S., Fr. 20.90

Bild: Bettina Kugler

Bild: Bettina Kugler

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