Tiefer Blick in die Untiefen der Seele

Mit «Ein weites Land» ist dem Dramatiker Arthur Schnitzler 1911 ein Stück gelungen, das bis heute nichts an Aktualität eingebüsst hat. Wir widmen der neuesten Inszenierung am Theater St. Gallen vier Zeitungsseiten.

Rolf App
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Da steckt viel Arbeit dahinter: Schauspieler des Theaters St. Gallen bei der Probe zu «Ein weites Land». (Bild: Benjamin Manser)

Da steckt viel Arbeit dahinter: Schauspieler des Theaters St. Gallen bei der Probe zu «Ein weites Land». (Bild: Benjamin Manser)

ST. GALLEN. Auswendiglernen: Das verbinden viele mit dem Beruf des Schauspielers. Doch seine Arbeit ist sehr viel anspruchsvoller und aufwendiger. Diese Erfahrung haben wir gemacht, als wir über zwei Monate das Entstehen einer Inszenierung von Arthur Schnitzlers Schauspiel «Ein weites Land» mitverfolgt haben. Dass ein Schauspieler und eine Schauspielerin seinen Text beherrschen muss, ist dabei nur der allererste Schritt. Dann muss er diesen Text mit Bedeutung unterlegen, es müssen aus den Leistungen Einzelner ganze Szenen entstehen. Das ist eine ebenso schwierige wie schöne Arbeit.

Schön daran ist auch, dass es sich gerade für dieses Stück aus dem Jahr 1911 sehr lohnt. Zum einen, weil es die Probleme einer Spassgesellschaft schildert, also auch unsere Gegenwart. Zweitens weil seine Grundthemen – Treue und Untreue, Liebe und Begehren – nichts an Brisanz verloren haben. Im Gegenteil. Und drittens, weil die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg eine Zeit des geistigen und künstlerischen Aufbruchs waren – und Wien das Zentrum. Hier wirkte Sigmund Freud, hier malten Gustav Klimt, Oskar Kokoschka und Egon Schiele.

Auf vier Seiten erzählen wir von Schnitzler und Freud, von Klimt, Kokoschka und Schiele. Wir begleiten die Inszenierung vom Anfang bis fast zum Schluss. Und wir beleuchten das Thema Untreue von heute her.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper vom 8. Januar.

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