Thurgauer Silberbüx-Sängerin: «Als Kind habe ich mit Freundinnen Knochen ausgegraben»

«1. Fall» heisst das neue Album der Kinderliederband Silberbüx um die Sängerin Brigitt Zuberbühler (36). Die gebürtige Pfynerin ist auch als Popsängerin Lina Button unterwegs - und verrät, wie es zum Bandnamen kam und wie man Themen für Kinderlieder findet.

Christina Genova
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Brigitt Zuberbühler, alias Lina Button, singt in der Kinderliederband Silberbüx.

Brigitt Zuberbühler, alias Lina Button, singt in der Kinderliederband Silberbüx.

Bild: PD

Im neuen Album erzählen Sie, wie die Geheimbande und Band Silberbüx entstanden ist und ihren ersten Kriminalfall löst. Was bewog Sie dazu?

Brigitt Zuberbühler: Die Kinder im Publikum fragen uns oft, wie wir zusammengefunden haben. Deshalb nahmen wir das als Anlass, diese Geschichte zu schreiben.

Das erste Album von Silberbüx «Gheim isch gheim» erschien 2009. War die Band von Anfang an als Detektivbande geplant?

Nein, es gab kein Konzept. Zuerst haben wir einfach nach Lust und Laune Lieder geschrieben. Bald hat sich aber herausgestellt, dass uns dieser Kosmos interessiert.

Was fasziniert Sie an Geheimagenten?

Das Geheimnisvolle, das spannende Universum einer Geheimbande, in der man als Kinder etwas Gemeinsames hat, wovon die Erwachsenen ausgeschlossen sind.

Haben Sie als Kind auch Detektiv gespielt?

Nein, Räuber und Poli! Und in einer kleinen leer stehenden Hütte habe ich zusammen mit Freundinnen Knochen ausgegraben und wir haben gewerweisst, wovon diese stammen. Wir fanden das mega spannend.

Im neuen Album ist neben sieben Liedern erstmals ein Hörspiel enthalten, geschrieben vom Autor Paul Steinmann. Wie kam es dazu?

Silberbüx gibt es bereits seit vielen Jahren und der «1. Fall» ist das fünfte Studioalbum. Es hat uns daher gereizt, einmal einen neuen Ansatz auszuprobieren, um die Songs zu schreiben und das Hörspiel hat wunderbar die Themen hierfür geliefert.

Im Hörspiel erfährt man, wie Silberbüx zu ihrem Namen kam. Wie ist der Bandname tatsächlich entstanden?

Es war ein längerer Weg. Mein Bandkollege Benno Muheim hat dann Silberbüx vorgeschlagen – aufgrund eines Kinderspiels, das er früher jeweils mit seiner Schwester gespielt hatte, inspiriert von Winnetou und seiner Silberbüchse.

Im Album werden auch Themen wie Einsamkeit, Scheidung und Druck durch überehrgeizige Eltern angesprochen. Warum?

Wir denken, dass sich viele Kinder in diesen Themen wiedererkennen. Wir möchten sie dort abholen, wo sie in ihrem Leben stehen.

Wie findet man Themen für Lieder, die Kinder interessieren?

Oft hilft es, selber nochmals Kind zu sein und sich in die eigene Zeit vom Aufwachsen zurückzuversetzen. Und als Pädagogen haben wir auch einen gewissen Erfahrungswert. Zudem werden Themen direkt von Kindern an uns herangetragen.

Wann ist man zu alt, um als Kinderliederband aufzutreten?

Bisher spüren wir noch keinen Altersdruck.

Silberbüx

Das aktuelle Silberbüx-Album «1.Fall».

Das aktuelle Silberbüx-Album «1.Fall».

Die Kinderliederband Silberbüx besteht aus Brigitt Zuberbühler, Stefanie Hess, Benno Muheim und Maurice Berthele. Sie haben sich während des Studiums der Musik- und Bewegungspädagogik in Zürich kennen gelernt. Zum neuen Album «1.Fall» mit Hörspiel wird es eine Fortsetzung geben. (gen) 
www.silberbüx.ch

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