Interview

Thurgauer an der Spitze von Suisseculture: «Ich höre nicht auf, Kunst zu machen»

Der Künstler und Kulturpolitiker Alex Meszmer (51) aus Pfyn wird 2020 neuer Geschäftsführer von Suisseculture. Über seine Vision für den Verband, was ihn dort erwartet und wie es Kunstschaffenden in der Schweiz geht.

Dieter Langhart
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Alex Meszmer. (Bild: Dieter Langhart)

Alex Meszmer. (Bild: Dieter Langhart)

Wie sind Sie zu Ihrer neuen Aufgabe gekommen?

Alex Meszmer: Die Stelle war öffentlich ausgeschrieben, von November 2018 bis Januar 2019.

Sie waren kaum der einzige Bewerber.

Aus den rund vierzig Bewerbungen wurden die besten zu zwei Interviewrunden eingeladen. Bei der zweiten waren wir noch zu dritt und hatten Aufgaben zu lösen.

Wie sahen die aus?

Etwa eine Strategie entwerfen oder eine Kampagne planen.

Was zu den Aufgaben eines Geschäftsführers gehört. Was erwartet Sie ausserdem an Ihrer neuen Stelle?

Alles: Einladungen verschicken, Sitzungen protokollieren, die Buchhaltung führen, die Jahresrechnung und den Jahresbericht erstellen, die Anliegen der Mitglieder von Suisseculture koordinieren.

Wann beginnen Sie?

Am ersten Januar. Aber seit meiner Wahl im Juni treffe ich mich regelmässig mit meinem Vorgänger Hans Läubli, damit ich die Abläufe kennenlerne. Er hat Suisse Culture mitgegründet und geht in Pension.

Eine Vollzeitstelle?

Nein, 60 Prozent.

Was machen Sie daneben?

Ich will nicht aufhören, Kunst zu machen wie beim Transitorischen Museum in Pfyn mit meinem Partner Reto Müller. Ich sehe meine neue Tätigkeit nicht als Job, sie passt zu meinem kulturpolitischen Engagement.

Dazu gehört Videost...

...der schweizerische Berufsverband Visuelle Kunst, fünfzehn Jahre lang. Ich war zudem Vizepräsident von Culture Action Europe (CAE).

Wie lautet Ihre Vision bei Suisseculture?

Themen wie das Urheberrecht weitertreiben, eine neue Medienstrategie entwickeln und einen besseren Webauftritt. Und mich dafür einsetzen, dass die Schweiz endlich Creative Europe beitritt.

Wie geht es den Künstlern?

Schlecht. Viele Leute wissen gar nicht, wie wir finanziell dastehen. Ich zahle gern meine Rechnungen – und will sie auch zahlen können. 

Radio Pfyn geht auf Sendung

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Dieter Langhart

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