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«Kein Politiker lehnt sich aus dem Fenster», sagt Thomas Götz

Wahlkampf im Thurgau: Siebzehn Fragen an Thomas Götz, der vor dem Wahlsonntag in Weinfelden auftritt und danach Bilanz zieht.
Dieter Langhart
Thomas Götz als Arnold Schnyder in «Ergötzliches». (Bilder: Reto Martin)

Thomas Götz als Arnold Schnyder in «Ergötzliches». (Bilder: Reto Martin)

Das Satireprogramm «Ergötzliches» ist ein Dauerbrenner, seit acht Jahren. Am Donnerstag vor und am Donnerstag nach dem Wahlwochenende schlägt Thomas Götz zu, gibt den Wahrsagern und den Wundenleckern eine Stimme. Und wer weiss – vielleicht schafft es der parteilose Nationalrat Arnold Schnyder ja endlich in den Ständerat.

Wie empfinden Sie den Thurgauer Wahlkampf?

Thomas Götz: Überhaupt nicht spannend. Die Diskussion um das Klima hat zwar einen Einfluss, ist aber nur ein Deckmänteli. Das Politpersonal bleibt ja dasselbe.

Der Wahlkampf findet weitgehend auf der Wiese statt.

Mehr Plakate bedeuten ja nicht mehr Chancen.

Vor vier Jahren hat Arnold Schnyder das auch gemacht.

Heuer sind es weniger Plakate. Sein Slogan lautet: «Ein Gesicht, das man kennt.» Die «Thurgauer Zeitung» nannte ihn den «Nationalrat der Herzen.» Ich bin gespannt, wie viele Stimmen er macht.

Vermissen Sie etwas im Wahlkampf?

Die EU. Die scheint kein Thema zu sein, niemand lehnt sich aus dem Fenster: kein Wort zum Rahmenabkommen, kein Wort zu den Banken.

Was hat denn Arnold Schnyder zu sagen, der Parteilose?

Er geht keine Listenverbindungen ein und sieht dem Wahlkampf sehr entspannt entgegen.

Was nehmen Sie sich für die beiden Abende «Ergötzliches vor den Wahlen» vor?

Der erste Abend thematisiert den Endspurt, da bin ich ganz entspannt.

Haben Sie eine Hypothese zum Wahlausgang?

Natürlich.

Und ... welche?

Das erfahren die Zuschauer am Donnerstag.

Den zweiten Abend können Sie kaum vorbereiten.

Die Elefantenrunde am Wahlabend schau ich mir natürlich an und habe Montag bis Mittwoch Zeit, mich vorzubereiten, das reicht.

Sie können aber am Donnerstag quasi nicht wie sonst bei «Ergötzliches» den Freitag und Samstag proben.

Das stimmt. Aber so kann ich auch nicht nervös werden.

Sabine Schnyder: Eine von Thomas Götz' Rollen in «Ergötzliches».

Sabine Schnyder: Eine von Thomas Götz' Rollen in «Ergötzliches».

Was macht Arnold Schnyder am Sonntag?

Er ist im Wahlzentrum in der Kanti-Aula in Frauenfeld anzutreffen und wird natürlich nicht schweigen. Und Daniel Felix, der Kameramann von «Ergötzliches», wird filmen.

Darf er das?

Der Dreh ist genehmigt.

Thomas Götz ist 57 und macht politisches Kabarett seit Jahren. Warum steigt er nicht in die Politik ein?

Einen Wahlkampf zu führen, fände ich cool. Ich würde alles anders machen. Aber nein – die Realität schreckt mich eher ab.

Ist Ihnen das Kabarett noch nie verleidet?

Nein. Ich mache inzwischen ja nur noch drei statt vier Staffeln pro Jahr. Aber vielleicht brauche ich irgendwann einen Kick und denke mir etwas Neues aus.

Mögen die Thurgauer eigentlich Bissiges, Satirisches?

Natürlich. Sonst wäre «Ergötzliches» nicht stets ausverkauft.

Ihre Stärke? Ihre Schwäche?

Ich habe viel Erfahrung, spontan zu reagieren. Aber wenn ich als Napoleon auftrete, habe ich oft nur eine Gästeliste, und die vierte Wand fehlt.

Was darf Satire?

Alles – aber mit Anstand. Ich spiele nie auf Mann, ich spiegle die Öffentlichkeit. Der Kabarettist heimst allen Ruhm ein, der Narr gleicht aus.

Do, 17./24.10., 20.15 Uhr, Theaterhaus Thurgau, Weinfelden. Ausverkauft, wenige Restkarten ab 19.15 Uhr an der Abendkasse. www.theaterhausthurgau.ch

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